Skip to main content Skip to page footer

Protest gegen die Entlassung von Andrej Holm und für ein Ende der Profite mit der Miete

Mitteilung der Besetzer*innen

Seit fünf Tagen besetzen 150 Studierenden und Sympathisant*innen die Räume
des Instituts für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität. Anlass ist die Entlassung des Wissenschaftlers Andrej Holm. Seit Donnerstagmorgen finden am besetzten Institut zahlreiche Alternativen zu Vorlesungen und Seminaren statt. Beispielsweise Veranstaltungen zu sozialem Wohnungsbau, politischer Partiziption und DDR-Aufarbeitung [2].
Eine Sprecherin der Besetzer*innen sagt: „Unsere Besetzung fordert Mitbestimmung ein. Zusammen mit Stadtinitiativen, Wissenschaftler*innen und DDR-Oppositionellen [3] diskutieren und streiten wir weiter. Wir sehen Anlass für eine demokratische und konfliktive Auseinandersetzung. Seit Jahren findet ein Ausverkauf Berlins statt. Mieten steigen, öffentliche Infrastruktur wird
privatisiert, aus ehemaligen Wohnungen werden Feriendomizile. Wir fordern ein Ende der „Profite mit der Miete“. Die Interessen der Mieter*innen werden missachtet. Die engen Verflechtungen der SPD-Politik mit der Bau- und Immobilienbranche ist offensichtlich. Der Versuch, mit der Ernennung Andrej Holms, einen Schritt gegen die neoliberale Stadt zu wagen, wurde von der neuen Koalition und allen voran von der SPD torpediert.“

Am kommenden Samstag wollen die Studierenden gemeinsam mit verschiedenen Initiativen ihren Protest auf die Straße bringen. Die Besetzung
soll aufrechterhalten werden, denn letztlich geht es hier auch um eine Auseinandersetzung von Studierenden mit dem Unipräsidium.
Ein Besetzer ergänzt: „Andrej Holm steht für eine kritische und emanzipatorische Lehre. Wir protestieren gemeinsam gegen kapitalistischen Verwertungsdruck, ob in der Stadtpolitik oder im neoliberalen Hochschulwesen.
Wir fordern die Wiedereinstellung Andrej Holms oder die Schaffung einer neuen, unbefristeten Stelle für ihn. Nach all den Angriffen auf die Demokratie in den letzten Jahren, wagen wir ein Mehr an Demokratie – und durch unsere Proteste gewinnen wir an Kraft.

Die Besetzung ist ein Ringen um das „Gehörtwerden“. Die Studierenden ziehen das Mittel der Besetzung heran und nutzen ihren Raum, um zusammen zu kommen, miteinander zu diskutieren und über Demokratie und Widerstand zu sprechen. Das leben wir auch selbst vor - die Besetzung ist geprägt von Selbstorganisation, konsensualer Mitbestimmung im Plenum und demokratischem Miteinander sowie der Vernetzung mit der Zivilgesellschaft. Hier
geht es also um eine Ausweitung von Demokratie, um den Einschluss von all jenen, deren Interessen mit Füßen getreten werden, weil sie zwangsgeräumt werden, abgeschoben werden, sich die Miete nicht mehr leisten können, weil sie Entscheidungen vermeintlich machtlos gegenüberstehen.