Filmvorführung und Diskussion: „Erinnerst du dich? - Rassismus geht uns alle an!“
im Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin
Anlässlich des des 5. Jahres des Mordes an Burak Bektas? und des internationalen Tags gegen Rassismus laden wir in Kooperation mit dem Türkischen Bund Berlin-Brandenburg (TBB) und dem Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung zu folgender Veranstaltung ein:
Der Film: „Erinnerst du dich?“ (26 min, 2016)
Der Film zeigt die Recherche Berliner Jugendlicher zu den Hintergründen der Tat. Durch selbst entwickelte Texte, inszenierte Szene sowie einem selbst kreierten Soundtrack verbinden die Jugendlichen die Rechercheergebnisse mit ihren eigenen Lebenserfahrungen. Dabei erörtern sie grundsätzliche gesellschaftspolitische und philosophische Fragen.
Das Programm des Abends:
18.00 Begrüßung: TBB / Burak Bekta? Initiative / Bildungswerk
18.15 Redebeitrag zum internationalen Tag gegen Rassismus (TBB)
18.30 Burak Bekta? Initiative - Präsentation
18.50 Film: Erinnerst du dich?
19.20 Podiumsdiskussion mit TBB, Burak Bekta? Initiative und Jugendlichen / Filmmacherin
im Anschluss: Get together
Zum Hintergrund: Der Mord an Burak Bektas?
Am 5. April 2012 wurde der 21-jährige Neuköllner Burak Bektas von einem Unbekannten erschossen. In der Tatnacht stand Burak mit Freunden und neuen Bekannten an einer Bushaltestelle nah dem Krankenhaus Neukölln, als sich der Täter der Gruppe nährte und vollkommen unvermittelt das Feuer eröffnete. Zwei der jungen Männer überlebten schwerverletzt, doch Burak starb. Auch wenn der Mörder bis heute nicht gefunden wurde, ist ein rassistisches Tatmotiv wahrscheinlich. Nicht nur, weil die Durchführung der Tat an den NSU denken lässt, dessen Selbstentarnung nur wenige Monate zurücklag: So schoss ein weißer Täter auf eine Gruppe als migrantisch zugeschriebener Jugendlicher. Er entfernte sich mit ruhigen Schritten vom Tatort. Wegen dieseR Kaltblütigkeit fühlten sich die Angegriffenen an eine Hinrichtung auf offener Straße erinnert. Im Kontext der NSU-Morde stellt sich zudem die Frage nach dem polizeilichen Vorgehen. Institutioneller Rassismus zeigte sich damals in den diskriminierenden Vorannahmen, welche die Polizei dazu veranlasste, den Täter vornehmlich unter den Angehörigen der vom NSU-Ermordeten zu vermuten. Von den demütigenden Befragungen und Unterstellungen seitens der Polizei haben viele Angehörigen in Veranstaltungen und Publikationen berichtet. Hat sich seitdem etwas an der Arbeit der Polizei geändert?
In der Nähe des Tatorts entsteht auf Wunsch der Familie Bektas? ein Gedenkort für Burak. Mitten in Süd-Neukölln soll ein kleiner Platz zur Begegnung einladen und eine zentrale Skulptur sowohl an den unaufgeklärten Mord an Burak Bektas erinnern – als auch an die vielen anderen unaufgeklärten Morde in Deutschland, bei denen es sich um rechte Taten handelt und handeln könnte.
Eine gemeinsame Veranstaltung des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (TBB), der „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bekta?“ und des Bildungswerkes Berlin der Heinrich Böll Stiftung Berlin.
Facebook- Event zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/765576433608301
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Weiteres Programm unserer Aktionswochen zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bektas:
25. März: Beteiligung an der Demonstration gegen rechte Gewalt und Rassismus in Rudow
Im Vorfeld des 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bekta? rufen wir gemeinsam mit vielen anderen Initiativen zu einer großen Demonstration am 25. März in Rudow auf. Anlässlich der momentanen Eskalation neonazistischer Gewalt in Neukölln ist der Kampf für eine solidarische Gesellschaft mehr als nötig. Vor fünf Jahren wurde Burak Bekta? von einem Unbekannten ermordet, ein rassistisches Motiv erscheint uns naheliegend. Der Mord fand 2012 statt inmitten in einer massiven Nazi-Angriffswelle in Neukölln, deren Höhepunkte Angriffe auf ein Wohnhaus in der Hufeisensiedlung, sowie Brandanschläge aufs Anton-Schmaus-Haus waren, bei welchen dieses nahezu zerstört wurde. Wenige Stunden vor dem Mord an Burak fielen stadtbekannte Neonazis am Ort des Mordes bei einer antifaschistischen Veranstaltung auf. Damals wie heute produziert ein gesellschaftlicher Rassismus gepaart mit Angriffen von Neonazis ein Klima, in welchem rassistische Morde stattfinden können. Deswegen sagen wir: Keine weiteren Morde! Und rufen euch auf, auf die Straßen zu gehen für eine solidarische Gesellschaft.
Mehr Infos: http://neukoelln.blogsport.de/
5. April: Feierliche Grundsteinlegung des Gedenkorts für Burak Bekta?
Als Höhepunkt der Aktionswochen wird am 5.4. zum 5. Jahrestag des Mordes an Burak Bekta? feierlich der Grundstein des geplanten Gedenkortes sowie eine Gedenktafel von Familie Bekta? eingeweiht. Wir hoffen dass ihr zahlreich erscheint und planen ein Rahmenprogramm, verschiedene Reden und eine Pressekonferenz. Mehr Infos folgen