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Mehr Kontaminierungen durch PFC-Gifte als angenommen

Von DIE LINKE. Bayern

PFC-Kontaminierung: 22 Liegenschaften des Bundes betroffen

MdB Harald Weinberg fordert rasche Aufklärung der Belastungen

Insbesondere US-Militärbasen in Bayern sollen näher untersucht werden

In Deutschland sind mehr Flächen als bislang angenommen durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) verseucht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des gesundheitspolitischen Sprechers der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, Harald Weinberg, hervor (Bundestagsdrucksache 18/4387; siehe Anhang). Demnach sind allein 22 Liegenschaften im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) betroffen.

MdB Weinberg hatte nach Bekanntwerden der Überschreitung der vorläufigen PFC-Grenzwerte an der US-Militärbasis Ansbach-Katterbach um das 800-fache und der Kontaminierung von Gewässern und Böden im Umfeld bei der Bundesregierung interveniert: „PFC ist krebserregend und schränkt die Fruchtbarkeit ein. Die Gesundheitsgefahren der Chemikalien wurden zu lange unterschätzt.“

Behörden führen als Ursache die Verwendung von speziellem Löschschaum an Flughäfen, vor allem in militärischen Liegenschaften, an. Die aktuellen Angaben der Bundesregierung geben in den Augen des Gesundheitsexperten der Linken Anlass für rasches Handeln: „Die Bundesregierung muss jetzt die genauen Örtlichkeiten der 22 betroffenen Flächen benennen, damit sich Kommunen und Umweltbehörden rechtzeitig auf etwaige Untersuchungen und umfangreiche Sanierungen vorbereiten können. Zudem sollte die Bund-Länder-Kommission endlich verbindliche Grenzwerte erarbeiten. Die Einschätzungen auf Basis der vorläufigen Werte sind viel zu vage. Damit kann etwa mit Blick auf die Verseuchung in Ansbach, wo Bachquellen, Hausbrunnen und tierische Produkte betroffen sind, keine Entwarnung gegeben werden.“

Unverständlich sei, dass laut Bundesregierung die deutschen Steuerzahler 25 Prozent der Sanierungskosten bei PFC-Verseuchungen an US-Basen tragen sollen. „Hier muss das Verursacherprinzip gelten“, betont Weinberg. Er erinnert zudem an Studien der Universität Kaiserslautern, wonach die Resistenzen gegenüber PFC bei Menschen völlig unterschiedlich ausfallen und Säuglinge besonders stark gefährdet sind (http://www.mulewf.rlp.de/fileadmin/mufv/publikationen/Klaerschlamm_-_Bericht.pdf).

Nach der festgestellten extrem hohen Belastung an den Militärbasen Ansbach-Katterbach, Ramstein und Spangdahlen fordert MdB Weinberg die Bundesregierung auf, bestehende und ehemalige von der US-Armee genutzten Liegenschaften vorrangig einer Beprobung zu unterziehen: „Allein im Nahbereich meines Wahlkreises nutzt das US-Militär Flugplätze in Illesheim, Grafenwöhr und Hohenfels. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer PFC-Kontaminierung auch dort besteht, sind bislang offenbar keine Untersuchungen durchgeführt worden. Die Menschen haben das Recht zu erfahren, welche Gesundheitsgefahren von den Kriegsübungen ausgehen.“