Ambulant betreutes Wohnen: Franken hinkt hinterher
MdB Weinberg: „Selbstbestimmtes Leben im Alter flächendeckend ermöglichen“
Von DIE LINKE. Bayern
Der Trend zu ambulant betreuten Wohnformen hält bayernweit an, vermeldet das Landesamt für Statistik in einer aktuellen Mitteilung (s. Anhang). Tatsächlich lebten 2014 25 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr in solchen Wohngemeinschaften. Allerdings ist deren Gesamtzahl in Bayern mit etwas über 1.700 weiterhin sehr gering. Zudem existieren große regionale Unterschiede im Freistaat, analysiert der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, Harald Weinberg, die Datenerhebung.
Die drei fränkischen Regierungsbezirke verfügen demnach zusammen genommen über lediglich 433 (23,7 Prozent) der insgesamt 1.825 Plätze, obwohl diese ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Dieses Ungleichgewicht hat sich seit 2010, als sich für Franken noch ein Anteil von 27,9 Prozent errechnete, sogar noch vergrößert. Allein Oberbayern weist mit 620 Plätzen deutlich mehr als ganz Franken auf. Abgeschlagenes Schlusslicht ist 2014 weiterhin Oberfranken mit nur 48 Plätzen (2,6 Prozent).
„Ambulant betreute Wohnformen können ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter hinein gewährleisten. Sie werden in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Jedoch schafft es die Staatsregierung bei diesem wichtigen seniorenpolitischen Feld nicht annähernd, gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern sicherzustellen“, betont MdB Weinberg.
Bestehende Förderprogramme für diese Wohnprojekte, insbesondere für den kommunalen Wohnungsbau, müssten attraktiv ausgebaut werden. Gleichzeitig bedürfe es einer zielgerichteten Schwerpunktförderung, so Weinberg: „Auch fränkische Seniorinnen und Senioren sollen künftig mehr Möglichkeiten für selbstbestimmtes Leben im Alter in ihrem Nahbereich haben.“