Entscheidung über die Tierhaltungskennzeichnungspflicht im Bundestagsausschuss
PETA: „Tierqualprodukte dürfen keine beschönigende Kennzeichnung erhalten“
Von PETA
Am Mittwoch stimmt der Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft über das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz ab. Zuletzt wurde der Entwurf innerhalb der Ampel-Koalition aus Sicht des Tierschutzes noch verschlechtert. Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz, PETA-Fachreferentin für Tiere in der Agrarindustrie, wendet sich an die Ausschussmitglieder und alle Konsumentinnen und Konsumenten:
„Es ist blanker Hohn, von Fortschritt in Sachen ‚Tierwohl’ zu sprechen und gleichzeitig eine Kennzeichnung zu konzipieren, die die Haltung von Schweinen auf tierquälerischen Spaltenböden und in engen Kastenständen immer noch erlaubt. Das geplante Gesetz ist ein trauriger Rückschritt oder bestenfalls ein ‚Weiter so’ in Sachen Tierhaltung, das schon jetzt Unsummen an Steuergeldern und wertvolle Zeit verbraucht hat. Die Haltungsstufen repräsentieren nichts anderes als den Status quo: ein kurzes, leidvolles Leben in der Mast, teils routinemäßige Verstümmelungen, schlechte Luft, verdreckte Böden, Stress und Krankheiten. Kurzum: enormes Tierleid. Auch die oberste ‚Bio’-Stufe steht für Qualen in der Schweinehaltung. Denn auch hier haben die bewegungsfreudigen Tiere zu wenig Platz und leiden teils an den gleichen Krankheiten wie in der konventionellen Haltung – ihr Leben endet außerdem in denselben Schlachthöfen. Wir fordern die Mitglieder des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft auf, das Trauerspiel um die Tierhaltungskennzeichnung sofort zu beenden. Tierqualprodukte dürfen keine Kennzeichnung erhalten. Stattdessen muss sich die Koalition mit echten Maßnahmen für den Tier- und Klimaschutz beschäftigen. Die Tierindustrie muss ab- und nicht umgebaut werden und der vegane Ökolandbau sollte massiv gefördert werden. Wir richten uns aber auch an Verbraucherinnen und Verbraucher, auf die die Verantwortung nun erneut abgewälzt wird: Wenn wir unsere Ernährungsgewohnheiten jetzt ändern, verhindern wir millionenfaches Tierleid und wirken gleichzeitig der Klimakrise schnell und effizient entgegen.“
Wir weisen darauf hin, dass das Statement auch in gekürzter Form verwendet werden kann.
Schwein in der Bio-Haltung mit offenem, extrem schmerzhaftem Nabelabszess. / © PETA Deutschland e.V.
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