Russisches Uran erreicht Brennelementefabrik Lingen
Von BBU
Anti-Atomkraft-Initiativen warnen vor russischem Einfluss „Brennelementefabrik Lingen Außenposten von Rosatom“
Am gestrigen Mittwochmittag erreichte nach Beobachtungen von Atomkraftgegner*innen ein LKW mit Uran die Brennelementefabrik Lingen. Das Uran war zuvor mit dem russischen Atomfrachter Baltiyskiy 202 von St. Petersburg aus nach Rotterdam verschifft worden. Die Ankunft dort war ursprünglich für Montagabend angekündigt worden, verzögerte sich dann jedoch um 24 Stunden. Die Baltiyskiy 202 fuhr am Mittwoch weiter nach Dünkirchen in Frankreich, um auch die dortigen Atomanlagen mit Uran aus Russland zur Brennelementeproduktion zu beliefern.
Das Lingener Bündnis AgiEL – Atomkraftgegner*innen im Emsland“, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), .ausgestrahlt und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen protestieren gegen diese erneute Uranlieferung aus Russland. Die Anti-Atomkraft-Organisationen hatten bereits am Montagmorgen, 19. August, vor der Brennelementefabrik in Lingen mit einer Mahnwache gegen die gefährlichen Urantransporte und die Verarbeitung russischen Urans in Lingen sowie gegen die geplante Beteiligung des Kreml-Konzerns Rosatom an der Brennelementeproduktion demonstriert. Die Brennelementefabrik wird immer mehr zu einem Außenposten von Rosatom. Hauptforderung der Anti-Atomkraft-Bewegung ist die Stilllegung der Lingener Brennelementefabrik.
Rotterdam dient immer wieder als Umschlagplatz für russisches Uran, das ungeachtet des russischen Angriffs auf die Ukraine zur Brennelementefabrik Lingen geliefert wird. Zugleich werden über Rotterdam Lingener Brennstäbe via Russland nach Kasachstan exportiert. Die Urantransporte sind Teil einer Kooperation des französischen Atomkonzerns Framatome mit dem russischen Atomkonzern Rosatom, die Framatome in Lingen deutlich ausbauen will.
Alexander Vent vom Bündnis AgiEL betont erneut, dass die fortgesetzten Urangeschäfte mit Russland kein Alltag werden dürfen. „Während der staatlich-russische Konzern Rosatom durch die Besetzung des ukrainischen AKW Saporischschja direkt am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine beteiligt ist, setzt der Betreiber der Lingener
Brennelementefabrik, die französische Framatome, die Geschäfte mit dem Kreml-Konzern ungerührt fort. Dagegen setzen wir immer wieder Zeichen und fordern von der Bundesregierung die sofortige Einstellung aller Atomgeschäfte mit Russland.“
Im selben Gewerbegebiet, in dem auch die Brennelementefabrik in Lingen liegt, hat Framatome bereits im Frühjahr ohne jede Genehmigung in Zusammenarbeit mit Rosatom-Spezialisten neue Brennelement-Produktionsanlagen aufgebaut. Mit diesen Maschinen möchte Framatome mit Lizenzen von Rosatom sechseckige Brennelemente „russischen“ Typs für osteuropäische Atomkraftwerke herstellen. Gegen das Vorhaben waren im März rund 11 000 Einwände beim niedersächsischen Umweltministerium erhoben worden. Vom 19.-22. November soll in Lingen dazu ein Erörterungstermin stattfinden.
Weitere Informationen:
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