Globale Proteste gegen Abbau und Import von Steinkohle aus Kolumbien
Von Ende Gelände
Klimaktivist*innen protestieren gegen die gewaltsame Unterdrückung des Widerstandes der indigenen Gemeinschaften in Kolumbien und die Kriminalisierung der Klimagerechtigkeitsbewegung hier
Die niederländische Gruppe: „Kappen met kolen“ und das deutsche Netzwerk „Stillburningnet“ protestieren seit dem 21.10.24 mit Veranstaltungen und Blockaden in Amsterdam und im nördlichen Ruhrgebiet gegen den Import von Blutkohle aus Kolumbien.
Die beiden Netzwerke der internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung solidarisieren sich mit dem Widerstand der kolumbianischen indigenen und afrokolumbianischen Gemeinschaften aus den Departements Cesar und la Guajira gegen den Steinkohleabbau. Seit sechs Tagen blockiert eine Gruppe der afrokolumbianischen Gemeinschaft aus Tabaco die Schienen die Schienen zur weltweit größten Steinkohle-Mine „El Cerrejon“. „Von diesem dreckigen Geschäft profitieren seit Jahrzehnten europäische Konzerne auf unsere Kosten. Vertreibung, Hunger, vergiftete Böden und Flüsse sind der Alltag der indigenen Gemeinschaften. Dazu kommen die Dürren wegen des Klimawandels. Wir fordern Gerechtigkeit, die es ohne Reparationen nicht geben wird“ so der in Frankreich im Exil lebende Juan Pablo Gutierriez.
Das Bündnis blockierte am 26.10.24 über 10 Stunden die Schleuse Flaesheim am Wesel-Datteln-Kanal mit Kajaks und Abseilen an den Schleusentoren. So hinderten sie Kohleschiffe daran, das Steinkohlekraftwerk Lünen zu beliefern. Zahlreiche Aktivist*innen wurden verhaftet und in Polizeigewahrsam gebracht, weil sie ihre Identität nicht preisgaben. Eine Person befindet sich noch in Haft. „Wir versuchen uns damit zu schützen, denn: Klimaaktivist*innen werden bei uns zunehmend kriminalisiert. zusätzlich versuchen Energiekonzernen unseren Widerstand den zerstörerischen fossilen Kapitalismus mit absurden Schadenersatzklagen zu brechen“, begründet Lisa Rau die Verweigerung von persönlichen Daten.
Während Polizei und Justiz die Klimagerechtigkeitsbewegung hierzulande kriminalisierten, werden Aktivistinnen in Kolumbien bedroht und getötet.
„Wir fordern ein Ende der Gewalt und den sofortigen Importstopp der Steinkohle. Wir werden die Menschen in Kolumbien nicht vergessen. So haben unsere niederländischen Freund*innen von „Kappen met Kolen“ bereits am 29.10.2024 wieder eine Schleuse in Utrecht besetzt“, so Luisa Stappen, Sprecherin von „Stillburningnet“.