Zum Beitrag von Friedhelm Illian: 'FUNKTIONÄRSPARTEI: Sinnkrise der LINKEN'
von Friedel Mueller
Was Illians Feststellung bezüglich des Einflusses der GewerkschafterInnen auf die Parteientwicklung betrifft, kann ich ihm nur zustimmen. Wenn er jedoch die WASG als Hort der Basisdemokratie sieht, beschleichen mich doch gewisse Zweifel an seiner Urteilsfähigkeit, denn schliesslich war die WASG das Vehikel für die Gewerkschaftsfunktionäre/bei der Postenvergabe zu kurz gekommener SPDler, dessen sie sich bedienten, um dort hin zu gelangen wo sie jetzt sind.
Weil bei der Fusion mit der PDS aber auch für deren Funktionäre Positionen vorgehalten werden mussten, gingen natürlich nicht für alle Hoffnung tragenden WASGler die Träume in Erfüllung. (Ein Grund, warum es bis heute keine VEREINIGUNG gibt.)
Was im Übrigen von Gewerkschaften zu halten ist, die Tarifverträge mit Hungerlöhnen unterschrieben haben, und sich auch nicht scheuen, die Dienste des Unternehmensberaters Nr.1 McKinsey in Anspruch zu nehmen, liegt eigentlich auf der Hand.
Ganz fatal wird die Sache, wenn sich Gewerkschafter mit einer ebenso karrierebewussten und koheränten Gruppierung zu gemeinsamem Handeln finden. Das führt dann zu einem Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit, dem übergeordneten Ziel, der Karriere, wird dann alles untergeordnet.
Dann interessiert kein politisches Ziel, noch die Parteisatzung.
Eine solche Gruppe verfügt in meinem ehemaligen KV-Bonn, mit einem sicheren Stimmenpool von ca. 20 Stimmen, zu denen dann noch einmal ca.5-10 ahnungsloser Mitglieder kommen, über die Macht, jede ihr genehme Position zu besetzen. Dies funktioniert, weil die Mitgliederversammlungen von zumeist von 50-55 Mitgliedern besucht werden, was etwa 25% der angeblich über 200 Genossen zählenden Mitgliedschaft entspricht. Da die Mitglieder die keine Positionen anstreben, wenn überhaupt wenig über Parteiinterna wissen, führt ihr leicht manipulierbares Abstimmverhalten zu den Verhältnissen die dort jetzt herrschen.
Das alles mit Wissen und unter Duldung des LaVo, und ich befürchte auch, dass man in Berlin davon weiss.
Friedel Mueller