Leserbrief zu Karl Wild "Deutschlands langer Weg zur Weltmacht"
von Horst Hilse - NaO Köln
Karl Wild schreibt
"Ohne diese Erfahrung der tiefen Erschütterung, politisch wie kulturell, durch diese "Urkatastrophe" wäre das Projekt EU nicht denkbar. Stellt sich eine Linke gegen dieses Projekt, stellt sie sich damit gegen die Grunderfahrung des 20. Jahrhunderts und wird (bleibt) politisch ohnmächtig und bedeutungslos"
Dieser Schluss ist m.E. falsch, da damit das derzeitige Projekt der Bourgeoisie mit ihrem undemokratischen EU-Konstrukt mit dem Willen der europäischen Menschen zur europäischen Einigung identifiziert.
Das derzeitige EU-Konstrukt war nur deshalb möglich, weil die Linke, befangen in ihren nationalen Strukturen es versäumte, dem Kapital das solidarische Europa der arbeitenden Menschen entgegen zusetzen.
Wir brauchen dringend einen Verfassungskonvent, der einen Vorschlag eines Europas der arbeitenden Menschen auf den Tisch legt: europäische Verfassung, einheitliche Sozialstandards; europäisches Arbeitsgesetzbuch mit europäischem Mindestlohn und Verbot der Leiharbeit.
Für dieses auf eine demokratische Basis gestellte Europa muss die Linke dann mobilisieren und es gegen das derzeitige Konstrukt kämpfend durchsetzen....
H. Hilse