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Leserbrief von Uwe K. Dresner zur Programmdebatte

Zur Programmdebatte

Liebe Genossinnen und Genossen,
wir müssen als Linke die Programmdebatte nutzen um das Profil unserer Partei als emanzipatorische Kraft, im Interesse der arbeitenden Mehrheit und sozial Benachteiligten, zu stärken. Dieser Zielsetzung stehen offene oder auch getarnte Bündnisse mit der DKP und anderen autoritären Kleinstgruppen entgegen. Die vieler Orts zu beobachtenden praktizierte Zusammenarbeit mit reaktionären Kleingruppen unterstreicht vielmehr, dass die im Namen der Arbeiterklasse begangenen Verbrechen von der Linken, gerade auch im Westen, noch aufgearbeitet werden muss. Die DKP ist eine Partei die sich in einer unreflektierten Tradition der KPD (der 20er Jahre) sieht und sich damit in einer Stalinistischen Traditionslinie befindet. Was das Selbstbild und autoritäre Auftreten angeht trifft dies auch auf den organisierten Trotzkismus zu. So wie die DKP den Stalinismus in seiner Tiefe und Breite nicht erfasst hat, so haben SAV und co. Kronstadt nicht aufgearbeitet. Das Hauptproblem von DKP und SAV liegt in dem Ignorieren von sozialpsychologischen Erkenntnissen. Sie nutzen andere Organisationen als Wirtsorganisationen und erheben gleichzeitig einen Führungsanspruch, als Avantgarde der Arbeiterklasse, sie reden von Basisdemokratie und sind entsetzt wenn ihre Führungsrolle und ihr Einkuscheln in anderen Organisationen kretisiert wird. Für die DIE LINKE (als Wirtsorganisationen) stellt sich natürlich die Frage nach ihrer eigenen Rolle in diesem Machtspiel, und wie sie von diesen Sekten gesehen werden. Mit ihren phantastischen Maximalforderungen lenken diese autoritären Organisationen von ihrer politischen Schwäche ab und bekämpfen ihre Wirtsorganisation von innen heraus. Dieses hat für die Politsekten den Vorteil, das sie immer die „Guten“ bleiben und die erfolgreichen Wirtsorganisationen die Bösen sind. So sind sie auch nicht gezwungen ihr Handeln zu reflektieren und sich nicht wirklich mit den akuten Leiden der Arbeitslosen, Alleinerziehenden und anderen Opfern des Kapitalismus auseinandersetzen. Man muss seine Forderungen nur hoch genug Aufhängen um nicht mit der Realität konfrontiert zu werden. Wir sollten die Wahlergebnisse der DKP und MLPD bei einigenständigen Kandidaturen sehr ernst nehmen. Ihre Wahlergebnisse von im Schnitt 0,3% zeigen sehr deutlich was die Menschen von diesen Parteien halten. Wenn wir unsere Chancen in den kommenden Wahlkämpfen im Interesse der Menschen voll nutzen wollen, so müssen wir die Wähler mit ihren Sorgen und Ängsten ernst nehmen und nicht mit Gruppierungen Bündnise eingehen welche zwar einen linken Anspruch erhebt aber ihren Wesen nach, wie auch in ihrer politischen Wirkung, reaktionär sind. Darum sollten wir in unserem zukünftigen Parteiprogramm die organisatorische Zusammenarbeit mit Gruppierungen wie SAV, MLPD oder DKP ausschließen.

Uwe K. Dresner