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Leserbrief von Martina Lenzen

von Martina Lenzen 

"Immer mehr Menschen verwandeln sich ganz langsam in demente Kafkakäfer, die in Heimen nicht mehr auf sich zeigen können, posten, twittern... "Holt mich raus."

Pflege daheim wird schwieriger, denn das Konzept "Kevin in der Ganztagesschule, Eltern arbeiten, Oma allein zuhaus" ist nicht kompatibel damit, dass wir die alten Menschen daheim betreuen.

Unwahrscheinlich, dass die arbeitenden Eltern sich für die eigenen Eltern mal eine "Rundumsorglosbetreuung" leisten können. Oft arbeitet einer nur für die Miete.
Viele Fragen werden in den letzten Jahren zum Thema "Demenz" gestellt: rechtliche, medizinische, ethische und auch religiöse.
Da stirbt eine - zum Teil- religiöse Altengeneration, der der Glaube wichtig ist, Trost gibt.
Schön, wenn wir es irgend wann einmal erleben, dass ein christlicher Altenpfleger einem muslimischen Mann die Gebetskette hält, eine muslimische Pflegerin einer alten Frau das "Gegrüßet seist du Maria" vorliest, eine jüdische Pflegerin einem muslimischen Alten aus dem Koran vorliest... Eine Utopie?

Wir brauchen auch auf staatlicher Seite einen Demenzbeauftragten!!
Er kann die bisher rechtlosen Ausrangierten noch mehr in den Blick rücken. Entlarvend, dass die Gruppe noch keinen hat!

Wichtig, dass wir nicht nur keine "Vorüberlaufende" werden sondern "Hingehende." Viele Alte warten drauf, dass ihr "Hallo, Hallo" jemand hört und man ihnen zu trinken gibt. Das schreibt eine Frau, die erst durch eigene Betroffenheit hingesehen hat.

"Alte Menschen schützen - nicht verdursten lassen."
Berlusconi wurde dazu verurteilt, machen viele es freiwillig, vielleicht auch ohne "Entschädigung."
Freundlichen Gruß
Martina Lenzen