Leserbrief von Dieter Carstensen zu "Was passiert, wenn Ernst geht?"
Die Sozialneiddebatte in der Partei Die Linke ist absurd, finde ich.
3.500 Euro monatlich für einen Parteivorsitzenden, mag für einen Hartz IV Empfänger viel Geld sein, für so einen Stressjob, der ja auch viele Kosten für den Inhaber verursacht, halte ich das Gehalt für lächerlich niedrig.
Die Vorsitzenden aller anderen Parteien betrachten die Vorsitzenden der Linken als “arme Schlucker”, wenn sie an ihre eigenen Gehälter denken.
Nun muss Die Linke es ihnen ja nicht nachmachen, aber Klaus Ernst hat völlig recht, dass er, alter Gewerkschafter wie ich auch, für jede Tätigkeit eine angemessene Entlohnung fordert.
Dass Gesine Lötsch, die ich ansonsten sehr schätze, auf die Entlohnung für ihre Parteivorsitzendentätigkeit verzichtet, halte ich aus gewerkschaftlicher Sicht für ein schlechtes Beispiel.
Jede Tätigkeit ist mindestens so zu entlohnen, wie andere lohnabhängig Beschäftigte in vergleichbaren Tätigkeiten entlohnt werden.
Das ist übrigens eine ureigenste Forderung der Linken selber und der Gewerkschaften!
Warum soll diese nicht für die eigenen Angestellten gelten? Sollen diese etwa, wie die TAZ Redaktion, zu weit unter Tarif liegenden Hungerlöhnen “freiwillig” gezwungen werden?