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Leserbrief von Christian Haueter

Da sitz' ich als Schweizer Bergbauer vor dem Computer und suche News zum Ukraine- konflikt. Der Artikel von Horst Hilse ist das fundierteste und undogmatischste, das ich in dieser Causa gelesen habe.

Dafür lade ich ihn ein zu einer Flasche Wein und einer Übernachtung in meinem Berg- restaurant.

Im Jahr 1999 reiste ich zum ersten mal in die Ukraine, seither arbeiten immer wieder ukrainische Freunde auf unserem Betrieb und unserer Alp, zwei haben sogar in unser recht fremdenfeindliches Nest (750 EW) eingeheiratet.

Es ist ernüchtern festzustellen, wie nahe sich sonst die Argumente der Rechten und der Linken in diesem Konflikt oft sind.
Der Russisch-nationalistische Parlamentarier Schirinofski hat kürzlich im Parlament den Vorschlag gemacht, die Ukraine unter Polen, Russland und Rumänien aufzuteilen. Der Antrag hat offenbar im Parlament keine Resonanz gefunden, weil er auch Polen und Rumänien an der Aufteilung der Beute beteiligen wollte.

Ehe der Mai zu Ende ist wird Putin den Marschbefehl geben. 'der Westen' wird versuchen sich seinen Anteil an der Beute zu sichern, Die Ukraine wird ein weiteres mal Schlachtfeld zwischen Ost und West. Für die kleinen Leute wird sich unabhängig von ihrer nationalen Präferenz nichts zum guten ändern.

In einer politischen Diskussion mit dem ukrainischen Schriftsteller Jury Andruchowitsch auf unserer Alp äußerte er sich wie folgt: "Die Scheisse schwimmt immer oben auf der Gülle"....
Das hat Horst Hülse auf den Punkt gebracht, die Situation ist aussichtslos.