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Leserbrief von Chris Sedlmair zum Artikel<br> "Ist ein Mindestlohn„existenzsichernd“ oder „einheitlich“?"

Seht des Kaisers neue Kleider aus Marx-Zitaten

Da kommt Genosse Wendl nicht so schnell raus. Als wohnungssuchendes Hartz-4-Opfer in Dachau, der Stadt mit den dritthöchsten Mieten in Deutschland (nach München und Germering, alle drei Ballungsraum München) kenne ich sehr genau die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten zwischen verschiedenen Regionen.

Die Antwort kann aber nicht sein, daß Kollegeinnen und Kollegen in der Uckermark weniger als € 10.- bekommen, sondern daß für besonders teure Regionen ein existenzsichernder Mindestlohn von über € 10.- kommen muß.

Darüber hätte man ja reden können, war aber garnicht Wendls Intension, wenn man das Interview in der Bayerischen Staatszeitung liest. Meinetwegen hätte man für den Ballungsraum München € 14.- fordern können um dem beschriebenen Effekt auszugleichen. Aber davon sind die Amperkliniken in Dachau weit entfernt. Die Rhön-Tochter KDI, an die der Bereich Service outgesourct wurde zahlt € 9.- plus ein paar Zerquetschte und keine Zuschläge trotz Schichtbetriebs.
Die normale Arbeitszeit beträgt für Servicekräfte 6 Std., was bedeutet, daß keine Pausen gemacht werden. So kommt man auch an hohe Renditen.

Mit Marx-Zitaten beweist Wendl seine Belesenheit, aber nicht seinen Kampf für LINKE Kernpositionen oder Belegschaftsinteressen.

Nein wirklich, beim Mindestlohn gibt es in der LINKEN immer Flexibilität
- aber nach oben!

Chris Sedlmair, Dachau
www.chris-sedlmair.de

Verweise:
www.betriebsgruppen.de
www.die-linke-dachau.de