Leserbrief von Chris Sedlmair zu "Time to ReDesign den D-Land-Lappen"
Gegen Geschichtsvergessenheit - Für diese Fahne floss Arbeiterblut
“Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft. Wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.” (George Orwell)
Es ist eine Schande, daß so viele Linke bereit sind, diese Fahne und ihren revolutionären Gehalt den Kräften der kapitalistischen Reaktion zu überlassen. Sie hat mit ihrem Verrat der Revolution von 1948 an den Adel jeden Ansruch darauf verloren. Sie war der Gegenentwurf zum autoritären feudalistischen Imperium, sie entspringt dem aninapoleonischen Freiheitskrieg, mit dem viele Freiwillige aus allen deutschen Kleinstaaten die Hoffnung auf Nationale Einheit, Demokratie und Republik verbanden. Unter diesen Flaggen starben die Straßenkämpfer in Berlin und anderen maroden Feudalen Kleinstaaten des zerrissenen Deutschlands. Wie die rote Fahne der revolutionären Arbeiterbewegung steht für sie das endgültige Ende des Kaiserreichs und die Etablierung der ersten gesamtdeutschen Republik. An ihr zelebrierten die Nazis zuerst ihren Vernichtungshaß gegen alles demokratische, die Moderne und die Souveränität des Volkes. Sie war die Fahne, die die Kämpfer gegen den Faschismus durch alle politischen Lager verband. Mehr als 300.000 von ihnen vielen den Schergen dieses Regimes zum Opfer. Ist dies alles, sind die Leben der hunderttausende von Revolutionären es nicht wert, um dieses Symbol und die historische Deutungshoheit darüber zu kämpfen. Vielleicht sollten wir alle damit beginnen, dieser Fahne ihre revolutionäre Botschaft wieder zu geben, indem wir sie mit Gold oben und Schwarz unten aufhängen: "Aus der dunklen Vergangenheit von Feudalismus und Kleinstaatereie durch bewaffnete Revolution in eine goldene Zukunft". DAS wäre in meinen Augen, die richtige Art, mit dem "D-Land-Lappen" umzugehen und wäre eine gelegenheit mit Menschen ins Gespräch zu kommen über die Frage, warum wir keine vom Volk entworfene, diskutierte und beschlossene Verfassung haben, wer davon profitiert, wenn der Politik eine Legitimation durch Volk fehlt, wenn Interssen gegen das Finanzkapital durchgesetzt werden sollen, sollte dieser Wille wider erwarten jenseits der Partei DIE LINKE irgendwo in der Politik auftauchen. Eine solche Diskussion gibt uns die Möglichkeit unsere Vorstellungen von Direkter und Partizipativer Demokratie bekannt zu machen und Zugänge zu linken Theoreien für breitere Bevölkerungsschichten interessant zu machen.
Chris Sedlmair, Dachau