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Leserbrief von A. Holberg zum 'Tugendterrorismus'

von A. Holberg

Ein 'Aktionsbündnis gegen den Auftritt Thilo Sarrazins im BE' feiert seine "erfolgreiche antirassistische Intervention gegen Sarrazin-Lesung im Berliner Ensemble", die die Lesung verhindert hat [1].

Zum Ende seiner Erklärung heißt es:
"Einige Medien und viele Linke begnügen sich damit, Sarrazin als egomanen Kauz darzustellen. Damit ist aber noch nichts gewonnen. Das ist eine unverantwortliche Strategie, denn sein Rassismus wird von Millionen geteilt. Der Europarat hat mehr Engagement gegen Rassismus gefordert, wir haben es umgesetzt."

Wenn Sarrazins Rassismus von Millionen Menschen in der BRD geteilt wird, stellt sich die Frage, ob die gewaltsame Verhinderung seiner Lese-Veranstaltung einen Beitrag dazu leisten kann, zumindest einen relevanten Teil dieser Millionen eines Besseren zu belehren. Ich habe da meine Zweifel, vermute aber, dass es dem "Aktionsbündnis" ohnehin völlig wurscht ist, was in seinem Land Millionen Menschen denken.

Wenn dem so ist, dann ist das eine Haltung, die dem notwendigen antirassistischen Kampf nur schaden kann. Der vom "Aktionsbündnis" beanspruchte "Tugendterrorismus" hat sich historisch noch nie sehr bewährt. Das gilt insbesondere, wenn er wie hierzulande minoritärer ist als etwa seine Gegenstücke in Saudi Arabien, dem Iran etc.

[1] www.scharf-links.de/46.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=42910&tx_ttnews[backPid]=3&cHash=e399bcad4c