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Leserbrief-Antwort von Bernd Irmler auf Chris Sedlmair:

Lieber Chris,

Dein Wunsch, Armen und Betroffenen beizustehen, um dadurch Sympathien für DIE LINKE zu erwecken, ist ja durchaus ehrenvoll.

Ist Dir klar, dass Du dadurch gleichziehst mit der Tätigkeit der "Tafeln", die von der ach so sozialen Frau Von der Leyen als "Schirmherrin" unterstützt werden?

Das Übel an der Wurzel packen, ist angesagt - und nicht einzelne Blätter grünfärben. Dadurch wird nämlich nichts wirklich geändert.
Die Blätter fallen bei nächster Gelegenheit vom Baum. Die Wurzeln aber sorgen für ständigen Nachwuchs.

Du schreibst, Ihr hättet durch Bekanntheit der GenossInnen tatsächlich Erfolge. Bekanntheit und persönliche Beziehungen, egal auf welcher Schiene, nützen selbstverständlich.

Aber wie sieht die Realität aus? Ohne Euch kritisieren zu wollen, es ist natürlich ohnehin sehr schwer, Wählerstimmen zu bekommen, wenn die Partei kein wirklich soziales Programm hat, Ihr habt in Eurem Wahlkreis eines der schlechtesten Wahlergebnisse für DIE LINKE in Bayern bekommen. Trotz Eurer ehrenwerten Hilfe für Bedürftige. An was liegt dann der Misserfolg bei der letzten Wahl?

Durch Politik kann man verändern, aber nur, wenn man Macht hat. Und die bekommt eine Partei nur, wenn sie massenweise gewählt wird.

Um das zu erreichen, braucht die Partei ein ansprechendes, erklärbares, soziales Programm. Man muss auch mehr fordern, als das, was "durchsetzbar" ist. Durch freundliches Verhalten gegenüber Einzelnen kann kaum etwas erreicht werden.

Es geht auch nicht um eine "Revolution", sondern um ganz einfache in der Demokratie erorderliche Massnahmen, um Wahlen zu gewinnen.

Niemand wählt eine Partei, deren Programm ihm nicht gefällt.