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Neuerscheinungen Natur und Abenteuer

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Richard Löwenherz: Eis, Abenteuer, Einsamkeit. Mit dem Fahrrad durch die sibirische Arktis, Delius Klasing, Bielefeld 2021, ISBN: 978-3-667-12223-0, 24,90 EURO (D)

Der deutsche „Lonely Traveller“ macht sich auf in die entlegensten Regionen Europas und Asiens, ausgerüstet nur mit seinem Fahrrad, einer Kamera und dem nötigsten Gepäck. Von den Eispisten Jakutiens bis zum Arktischen Ozean fährt der Meteorologe durch eine Welt aus Eis und Schnee, die er in beeindruckenden Bildern einfängt. In diesem Buch berichtet er von seinen extremen Radtouren durch Sibirien. Er liebt die Einsamkeit der Eiswege, die quer durch die Wildnis führen.

Mich fasziniert, dass es hier riesige Naturräume ohne Städte und Menschen gibt. Man kann hier Hunderte Kilometer fahren, ohne eine Siedlung zu queren.“ (S. 67)

In diesen Gegenden kann es leicht unter minus 33 Grad kalt sein. Für die Strapazen der Fahrt ist es wichtig, sich kalorienbewusst zu ernähren.

Er berichtet auch von seinen Schlaforten die mal romanischer in der wilden Natur sind und mal nicht und von Unfällen auf der eisigen Piste, wo er auch mal baden ging. Und auch von seltenen Begegnungen mit Einheimischen, einem Filmteam oder einer Expedition. Die meisten Menschen sind Truckerfahrer, mit denen er schon Mal Wódka trinkt und die aus Angst vor Wölfen immer ein Gewehr mit sich führen. Oder von Schneestürmen, die sein Rad und sein Zelt zuwehen.

Als er endlich nach ca. sechs Wochen sein Endziel in Tiksi erreicht, plant er schon während seines Rückfluges die nächste Reise nach Sibirien, dann im Sommer mit Fahrrad und Schlauchboot. Vom sibirischen Norden ist er fasziniert, das merkt man auf jeder Seite.

Spannend berichtet er von den menschenleeren Weiten der arktischen Tundra, die weit nördlich des Polarkreises liegen Dies alles wird von tollen Bildern untermalt, die die raue Wildnis begraben von Schnee visualisieren. Vor allem die Bilder des Polarlichtes sind eindrucksvoll.

Es fehlen aber die Schritte der Vorbereitung wie Visa, eine Auflistung der wichtigsten Utensilien oder Karten am Anfang, so dass der Leser nachvollziehen kann, wie solch eine Planung abläuft.

Insgesamt aber kann man kann die waghalsige Abenteuerfahrt auf dem heimischen Sofa nacherleben und hat eine spannende und kurzweilige Lektüre zur Hand.

 

Buch 2

Jean-Paul Pigeat: Gärten im Japan-.Stil, 2. Auflage, Ulmer, Stuttgart 2017, ISBN: 978-3-8186-0112-6, 29,90 EURO (D)

Japanische Gärten, bei der Gestalter die Quintessenz der Natur einfangen möchte, erfreuen sich auch in westlichen Gesellschaften einer steigenden Beliebtheit. Der Gartenexperte Jean-Paul Pigeat stellt die Hintergründe, die Gartenelemente und die innewohnende Stimmung anhand von Beispielen aus Japan und aus Europa dar, und bietet Anleitungen, sie auf westliche Verhältnisse und Wahrnehmungswelten zu übertragen, ohne sie zu kopieren.

Zunächst werden die Merkmale des japanischen Gartens dargestellt. Dies wird an verschiedenen Beispielen in Wort und Bild deutlich gemacht. So der Prototyp der japanischen Gärten in Europa von Albert Kahn in Boulogne-Billancourt und andere zeitgenössische Gärten von verschiedenen Gestaltern. Außerdem werden in sich geschlossene Gärten, in denen man Ruhe und Abgeschiedenheit finden will. In vielen Gärten Japans ist der Blick auf die umgebende Landschaft ein wichtiges Kompositionselement. Wie den Garten als Pendant zur Landschaft gestaltet werden kann, wird auch gezeigt. Die Beziehung zwischen Schatten und Licht gehört auch zu den grundlegenden Elementen des japanischen Gartens und ist untrennbar mit dessen Bezug zum Haus verbunden. Auch davon werden Beispiele gezeigt. Der japanische Garten diente früher hauptsächlich als religiöse Stätte und Meditation für Mönche und Nonnen. Dessen ungeachtet wird ein japanischer Garten in Nantes vorgestellt, wo dieser Stil mit westlichen Einflüssen verbunden wurde.

Danach geht es um die Anlage des Gartens, wo Grundprinzipien vorgestellt werden. Zuerst werden Einfassungen präsentiert, die aus einer Mauer, strohversetztem Lehm oder einer Einzäunung bestehen können. Danach der Eingang, wo oftmals ein eine von einem kleinen Dach bekröntem Tor sich eine enge Flucht öffnet. Es folgen die Kompositionsprinzipien, die nach einem Gleichgewicht von Wasser und Steinen oder von der Fülle gescchnittener Pflanzen und der Leere einer geharkten Sandfläche bestehen. Vor anderen Sinnen wird im japanischen Garten dem Hören von Klängen grundlegende Wichtigkeit beigemessen. Welche kreativen Klangkörper benutzt werden, wird gezeigt. Das Wasser im japanischen Garten, das unbewegt sein kann, strömt, aus einer Fontäne sprudeln oder ein hölzernes Instrument in Bewegung setzen kann, wird danach vorgestellt. Es trägt auch gleichzeitig die symbolische Bedeutung des Lebens in sich.

Trockenmaterialien wie Steine in den verschiedensten Variationen, Kieselsteine in verschiedenen Formen und Größen, Sand, der die Gestaltung von Bildern erlaubt, die Funktionen von Wegen und Übergängen, Brücken, Einfassungen wie Bambus, Schmuck und Zierrat, Tsukubai, ein kleiner Trog für rituelle Waschungen, Fische, die Nachahmungen von Tempeln und Steinlaternen werden ebenfalls vorgestellt.

Im letzten Teil werden die bevorzugten japanischen Gartenpflanzen und ihre eventuell nötigen Vertreter systematisch aufgelistet.

In einer Tabelle wird zusammengefasst, welche Pflanzen je nach Bodenbeschaffenheit eingesetzt werden können.

Dieses Buch ist eine gute Mischung aus informativem Text und aussagekräftigen Bildern von japanischen Gärten. Die Bilder sind großformatig und visualisieren die Gartenkunst und deren einzelne Elemente in hervorragender Weise. Allen an einem japanischen Garten und deren Abwandlungsmöglichkeiten kann dieses Buch empfohlen werden.

Der einzige Wermutstropfen liegt darin, dass ein Anhang fehlt, der Bezugsquellen, Adressen der vorgestellten Gärten, Literatur oder Links näher gebracht hätte.

Dafür gibt es tolle Aquarelle von Fabrice Moireau.


Buch 3

Miriam und Peter Wohlleben: Wohllebens Anleitung für Selbstversorger. Nachhaltiges Wissen über Garten und Stall, 3. Auflage, Ulmer, Stuttgart 2021, ISBN: 978-3-8186-1373-3, 29,95 EURO (D)

In dieser dritten verbesserten Auflage gibt Familie Wohlleben, die seit über 25 Jahren Selbstversorger sind, Leuten, die dies ebenfalls praktizieren wollen, Tipps, Inspirationen und vor allem Mut, diesen Schritt zu gehen.

Im ersten Abschnitt geht es um den Platz, den man für die Nahrungserzeugung maximal zur Verfügung hat, außerdem das Anmieten von Flächen und der Zeitplanung, die für die Selbstversorgung zur Verfügung steht. Außerdem werden Bodenpflege, Flächenplanung, Werkzeuge, Maschinen und passende Kleidung angesprochen

Danach geht es weiter mit Pflanzen, die angebaut werden sollen. Schwerpunkte sind Saat- und Setzgut, wesentliche Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln oder Getreide, Zucchini und Gurken, anderes Gemüse, Obststräucher, Obstbäume, der Anbau von Kräutern und anderer Erzeugnisse im eigenen Garten sowie exotisches Obst.

Anschließend steht die Nutztierhaltung im Vordergrund. Dort geht es um Hühner, Puten, Kaninchen, Ziegen, Schafe, Bienenhaltung, Schweine, das Bauen von Ställen, das Errichten von Zäunen, die Beweidung, Futterbeschaffung und Lagerung und auch das eigene Schlachten.

Um die Vorratshaltung geht es im nächsten Kapitel. Es werden der Lagerkeller, Milchsäuregärung, das Einkochen, das Entsaften, Trocknen, die spezielle Lagerung von Kürbissen oder Wurzelgemüse, das Einfrieren, die Fleischkonservierung und die eigene Herstellung von Alkohol.

Zum Abschluss werden noch die Nutzung von Regenwasser, die Herstellung eines eigenen Brunnens und Energie aus dem Garten, die Reduzierung von Kunststoff und Naturschutz im Allgemeinen präsentiert.

Im Serviceteil gibt es noch nützliche Adressen und Institutionen, empfohlene Literatur und ein Register.

Es finden sich viele Anregungen, Umsetzungsstrategien und praktische Tipps zum Beispiel zu eigener Tierhaltung, dem Anbau von Nutzpflanzen oder Gemüse und das Selbermachen von Most oder andere DIY-Anregungen. Dabei kann nicht jedes Thema für sich so detailliert behandelt werden, es gibt aber einen guten Gesamtüberblick und einige Spezialtipps. Das Thema Energie hätte allerdings noch mehr Beachtung verdient, ebenso Fische fangen, pökeln und räuchern.


Buch 4

Josef Leitner: Oberösterreich entdecken. Staunen, Schaudern, Schmunzeln, Verlag Anton Pustet, Salzburg 2021, ISBN: 978-3-7025-1032-9, 24 EURO (D)

Als Kolumnist einer österreichischen Tageszeitung erkundet Josef Leitner regelmäßig mit dem "Pepimobil" besondere Orte der Natur und Kultur in Oberösterreich. In diesem Buch präsentiert er 77 neue Ausflugsziele in Oberösterreich, die eine ganz besondere Geschichte erzählen.

Die einzelnen Wanderungen werden nach geografischen Gesichtspunkten sortiert. So gibt es im Mühlviertel den Seenweg auf einem alten Schmugglerpfad an der Grenze zu Bayern, wo Kaffee, Rum, technische Geräte, Vieh hin und her transportiert wurde, quer durch eine wechselvolle Landschaft zu entdecken. Das Traunviertel bietet einen Rundweg in Schlierbach, wo eine idyllische Landschaft, mit Gaumengenuss und Kultur verbunden werden. Der Hausberg Grillenparz, die Stiftskirche und die Anlagen der Stiftskäserei und das Genusszentrum mit Kulinarik aus der eigenen Produktion sind dort Schwerpunkte.

Im Salzkammergut wird ein historischer Pilgerweg über den Falkenstein nach St. Wolfgang bei Nacht vorgestellt. 24 Erlebnispunkte dokumentieren seine besondere Bedeutung von den Kultstätten der Urzeit bis zum mittelalterlichen Wallfahrtsboom.

Im Inn- und Hausruckviertel kann das Biergut in Wildshut, das heute der Siegl-Brauerei gehört, besichtigt werden. Dort werden längst vergessene Urgetreidesorten kultiviert und dienen als Grundlage für ausgefallene Bierspezialitäten.

Der Zentralraum bietet eine Wanderung der anderen Art an, durch den Linzer Dom Maria-Empfängnis. Die 63 farbigen Kirchenfenster stellen neben der Baugeschichte und Szenen aus dem biblischen Heilsgeschehen die bedeutendsten spirituellen Orte des gesamten Bundeslandes dar. Ein Blick vom Turm ermöglicht einen Blick auf die südlichen Alpen.

Die einzelnen Ausflugsziele werden in einem Text mit den Höhepunkten und Orten am Wegesrand beschrieben und dazu Hintergrundgeschichten erzählt. Dazu gibt es eine geografische Karte, einige Farbabbildungen und eine Tabelle mit Informationen zu Dauer, Länge, Höhenmeter, Ausgangspunkt, ÖNVP-Anreise und ggf. Internetadressen.

In der vorderen und hinteren Umschlagseite gibt es noch eine Übersichtskarte mit den eingezeichneten Zielen.

Dies sind Wanderrouten für einen halben Tag, die Unbekanntes, Überraschendes, Traditionelles und Kulturgeschichtliches bieten. Die damit zusammenhängenden Geschichten werden spannend und kenntnisreich vermittelt. Wanderungen in der freien Natur quer durch alle Jahreszeiten sind in der Mehrzahl, einige Stadtwanderungen oder Besichtigungen gibt es auch.

Weiterführende Literatur und Tipps zu speziellen Pläne der jeweiligen Gegenden hätten noch ergänzt werden können. Es ist außerdem nicht deutlich gemacht worden, ob sich das Gelände der Wanderungen auch für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer*innen eignet.

 

Buch 5

Jean-Pierre Crittin: Chakren. Quellen der Kraft & Gesundheit, Königsfurt-Urania, Kiel 2021, ISBN: 978-3-86826-195-0, 22 EURO (D)

Ein Chakra ist ein Energiezentrum, das den Energieaustausch zwischen den Menschen und seiner Umgebung herstellt. In der tantrischen Tradition stellen Chakren auch Fokuspunkte der Meditation dar, die verwendet werden, um bestimmte Bewusstseinsebenen und Qualitäten zu erwecken. Die Chakren-Lehre kann Aufschluss darüber geben, welche Themen im Leben Achtsamkeit und Balance brauchen, um mehr Heilung und inneres Wachstum zu erfahren.

Der Psychologe Jean-Pierre Crittin, Spezialist u.a. für ayurvedische Psychologie, hat in seiner langjährigen Arbeit mit Klienten ein neues Modell entwickelt. Er verknüpft jedes der sieben Chakren, der feinstofflichen Energiezentren unseres Körpers, mit einer zentralen Lebensfrage. Anhand dieses Ratgebers können Sie herausfinden, welche Ihrer Chakren blockiert oder übermäßig aktiviert sein könnten und wie Sie diese wieder ins Gleichgewicht bringen, um ihre Probleme zu lösen und ihr volles Potenzial zu entfalten.

Im ersten Kapitel geht es um die Frage, inwiefern jemand sein eigenes Potential entfalten kann. Im zweiten Kapitel beschreibt die Grundlagen der Chakratheorie, die als Basis für die dann folgenden Grundlagen der Chakrapsychologie, aus der heraus die sieben Lebensfragen entstanden sind, dient. Das vierte Kapitel gibt einen generellen Überblick über Methoden und Wege für die Stärkung und Aktivierung der Chakren.

Danach gibt es in einzelnen Kapiteln zu jeder Lebensfrage gibt es psychologische Hintergründe, die eine Verbindung mit dem jeweiligen Chakra haben. Außerdem enthalten die Kapitel einen Selbsttest und Tipps, wie man sein Chakra stärken und aktivieren kann. Danach gibt es noch eine Auswertung aller Chakren-Selbsterfahrungstests, eine Zusammenfassung, wie man die Chakren stärken kann und Grundlagen der Chakraarbeit für Wohlbefinden und Gesundheit. In einem Überblick findet man zu den sieben Lebensfragen kurze Erläuterungen. Zum Ende wird jedem Chakra ein Selbstaspekt (Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Selbstliebe, Selbstwertgefühl, Selbstbefreiung, Selbstauflösung) zugeordnet. Im Anhang gibt es noch ein Literaturverzeichnis und ein Register.

Diese Verbindung von Psychologie und Chakrenlehre bietet eine gute Systematik der Lektüre, Wiederholungen und verständliche Selbsttests. Eine Tabelle ordnet den Krankheiten, negativen Gefühlen oder Problemen jeweils ein Chakra zu und unterscheidet dabei zwischen Erwachsenen und Kindern. Dieser Überblick kann zum schnellen Nachschlagen genutzt werden. Anregungen und Übungen für Achtsamkeit und Balance im Leben, um mehr inneres Wachstum zu erfahren, gibt es genügend. An einigen Stellen wird es mit den Wiederholungen jedoch übertrieben.