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Neuerscheinungen Kulinarik und Reise

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Stefan Marquard: Küche rockt. Gerichte und Geschichten, Matthaes, München 2018, ISBN: 978-3-9854103-8-5, 79,90 EURO (D)

Wer heute Stefan Marquard bei einen seiner vielen Bühnenshows beobachten kann, sieht einen Mann, der genau weiß, was er tut und einfach verdammt lecker kocht. 
70 schönsten Gerichte aus den Phasen seines Kochens zeigt er in diesem Buch. Manche Gerichte hat er im Laufe der Zeit verändert, andere sind immer noch perfekt, so wie sie damals gekocht wurden. Seine Freunde und Wegbegleiter sind auch im Buch an seiner Seite. Sie kochen mit ihm und ergänzen seine Geschichten.

Er beschreibt seine beruflichen Stationen mit einer persönlichen Note in den Kapiteln. Die  Ausbildung als Fleischer, seine Kochlehre, ebenso seine Erfahrungen in unterschiedlichen, sehr spannenden Stationen. Da war das Spitzenrestaurant „Graues Haus“ in Oestrich-Winkel, wo er gehobene deutsche Küche kochte, die „Taverna la Vigna“, wo er italienische Küche in vollkommener Form servierte, die „Drei Stuben“, in der Marquard mit seinen Wegbegleiter einen Stern erkochte, das Lenbach, das als größtes Restaurant Deutschlands galt und die Kult-Catering-Crew Jolly Roger Cooking.
Dazu gibt es für jedes Kapitel neben den Geschichten passende Rezepte.
Für das Graue Haus und dem Gasthaus Rottnern werden zum Beispiel mit Honig glacierte Entenbrust auf Fenchel und Orangennocken oder Wildentenbrust mit Rosenkohlgemüse und Rösti vorgestellt.
Die Taverna la Vigne bietet Trofi al Pesto oder Fonduta-Ravioli mit karamellisiertem Radiccio. Rezepte aus dem Restaurant 3 Stuben sind Kalbstafelspitz mit Tzaziki-Schupfnudeln oder Kretzerfilet mit Gänseklein mit gebratenen Thymian-Gnocchi und Kalbsjus. Für den Palais Lembach werden unter anderem Vanille-Äsche mit Champagner-Kalbskutteln und Kaiserschmarrn oder Lammkarree mit Linsen und Spatzen angeboten. 
Bayrisches Sushi mit Händlmeier-Chili-Dip oder Camouflage von Süßwasserfischen mit Fenchel-Orange und Kapuzinerkresse der Jolly Roger Cooking Gang folgen danach. Grundrezepte wie Geflügelfond, Lammjus oder Teriyaki-Sauce schließen sich an. 
Nach einem Ausblick werden seine Lieferanten und die Kreativen genannt, ein Rezeptregister bildet den Abschluss.

Die Foodfotografie ist ansprechend und großformatig gestaltet. Es eignet sich vor allem für anspruchsvolle  Flexitarier sowohl mit Fleischgerichte, als auch interessante vegetarische Alternativen. Natürlich steht auch die Persönlichkeit des Autors und seines beruflichen Werdegangs im Mittelpunkt.


Buch 2

Das Kochbuch der Goldhauben-Frauen von St. Wolfgang, Servus, Wals bei Salzburg 2024, ISBN: 978-3-7104-0378-1, 28 EURO (D)

Schon seit über 200 Jahren tragen die Bürgersfrauen von St. Wolfgang als Teil ihrer Tracht eine Goldhaube.  Die Goldhaube hat sich über die Jahrhunderte vom Statussymbol zu einem Zeichen der Verbundenheit mit den Frauen der Gruppe und den Bräuchen im Salzkammergut gewandelt. Diese Tradition wird bis heute gepflegt. Bei den diversen Feierlichkeiten des Wolfgangseer Goldhaubenvereins steht auch das leibliche Wohl im Mittelpunkt. So ist aus den vielen köstlichen Rezepten der Goldhauben-Frauen dieses Kochbuch entstanden. Dabei werden vorwiegend regionale Produkte verwendet und alte Gerichte neu interpretiert.

Das Buch beginnt mit einem Intro über Tracht und Tradition. Danach spricht  Elfriede Höplinger, Obfrau der Goldhaubenfrauen St. Wolfgang, über Geschichte, Werte und Ziele des Buches mit Bildern der Herstellung der Goldhauben als Kunsthandwerk. Ein Gruppenbild am Wolfgangsee folgt danach. 
In einzelnen Kapitel stellen die Frauen dann sich selbst und ihre Beweggründe für die Zugehörigkeit zur Gruppe dar. Anschließend verraten sie ihre Lieblingsrezepte mit Zutaten, dem Zubereitungsvorgang, einem Tipp mitsamt einem Bild. 
So stellt zum Beispiel Roswitha Gastberger Kräuterforelle, Lebkuchenparfait und Buttermilch-Pancakes vor. Anna Maria Hänggi präsentiert Hirsch-Carpaccio, Paprikasuppe und Hagebuttenlikör, Barbara Gandl Spargel mit Orangen-Hollandaise, Wildragout und Hirschfilet. Oder Gudrun Peter, die Poisson cru und Salzburger Nockerl präferiert. 
Im Anhang findet sich noch ein Rezeptregister.

Hier werden viele regionale Rezepte mit verschiedenen Ansätzen und Küchenstilen präsentiert. Dazu gibt es eine gute Foodfotografie. Die Rezepte haben den Vorteil der authentischen Küche ohne Vermarktungsgedanke.


Buch 3

Vis-à-Vis Reiseführer Budapest, 12., aktualisierte Auflage, DK, München 2024, ISBN: 978-3-7342-0779-2, 21,95 EURO (D)

Budapest ist einfach zauberhaft. Mit ausführlichem Expertenwissen, 3-D-Aufrisszeichnungen, einer wetterfesten Extra-Karte zum Herausnehmen und über 250 stimmungsvollen Fotos können Sie die Stadt hautnah erleben. Dieser Reiseführer Budapest ist der ultimative Begleiter für alle Kulturinteressierten! 
Das Buch beginnt mit Favoritentipps von Sehenswürdigkeiten, einer Stadtkarte, einer kurzen Vorstellung der Stadtteile, verschiedenen Erkundungstouren von unterschiedlicher Länge, Themen wie Budapest am Abend, Parks und Gärten oder Kafferhäuser Budapest durch das Jahr und einer kurzen Stadtgeschichte.

Die fabelhaftesten Orte stellen sich dann  Viertel für Viertel in ihrer gesamten Pracht vor – mit fundierten und qualitativen Inhalten sowie unvergesslichen Highlights aus Kultur und Alltag. Dies beginnt mit dem Burgviertel mit dem Königspalast und der Matthiaskirche. Dann folgen Gellértberg und Tabán mit seinen herrschaftlichen Barockvillen und Vizivaros mit der St. Anna-Kirche und dem Burg-Tunnel. Das Parlamentsviertel mit dem Parlament und der Ungarischen Staatsoper und das Zentrum von Pest mit Rathaus und Petofi-Literaturmuseum kommen dann an die Reihe. Das Südliche Pest mit dem Ungarischen Nationalmuseum und dem Erkei-Theater und Varosliget, dem Stadtwäldchen und Museum der Schönen Künste, werden dann vorgestellt. 
Ausflugstipps in die Umgebung der Donaumetropole wie der Memento Park oder Aquincum runden dies ab. 
Dazu gibt es für jedes Viertel am Ende Tourenvorschäge.

Das folgende Kapitel behandelt Reiseplanung, Mobilität, praktische Hinweise, ein Register und einen kleinen Sprachführer.

Der Reiseführer ist handlich und gut aufgebaut mit vielen Bilder zur visuellen Unterstützung. Die beigefügte Straßenkarte ist ausgeklappt nicht zu groß, das Papier ist dick und somit hält die Karte lange.
Man kann nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in den jeweiligen Stadtteilen kennenlernen, sondern auch etwas zur Geschichte dieser Sehenswürdigkeiten sowie über die Stadtgeschichte erfahren. 
Für Leute, die allerdings länger (2 Wochen plus) in Budapest Kultur erleben wollen, ist der Reiseführer nicht konzipiert.