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Neuerscheinungen Diverses

Buchtipps von Michael Lausberg

Buch 1

Ute Laatz: Pools. Planung, Technik und Design, Callwey, München 2024, ISBN: 978-3-7667-2710-7, 49,95 EURO (D)

Egal, ob Poolbesitzer:in oder -planer:in – dieses Buch ist die ultimative Inspirationsquelle für alle, die vom perfekten Pool im eigenen Garten träumen. Es entführt Leser*innen auf eine Reise durch die gesamte Bandbreite des Poolbaus und ist ein allumfassendes Nachlagewerk rund um die Themen Installation, Wartung, Gestaltung sowie Nutzungsmöglichkeiten. Dabei bietet es Unterstützung, das Beste aus dem eigenen Pool herauszuholen.
Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Ute Manschura, Geschäftsführerin der BSW e.V. sowie einer Einleitung.
Danach werden die ausgewählten Poolprojekte in einzelnen Kapiteln präsentiert. Dies ist zum Beispiel eine Umgestaltung eines Gartens in der Nähe von Aachen, dem ein Update mit einem Pool aus ISO-Formsteinen gemauert verpasst wurde. Oder eine Villa in der Bodenseeregion mit einem weitläufigen Hanggrundstück, dem ein Poolgarten mit Aufenthaltsbereichen hinzugefügt wurde, wo es einige Tücken zu überwinden galt.
Es gibt immer eine textliche Beschreibung der Ausgangslage, der Planung, des gewählten Designs und den technischen Aspekten sowie ästhetischen oder funktionalen Kriterien. Dazu werden zahlreiche großformatige Bilder in verschiedenen Perspektiven zur Visualisierung gezeigt. Dazu gibt es Informationen über den Standort, Größe, Format, Form, Wasser und Zugang sowie die ausführende Firma in Form einer Tabelle. 
Danach gibt es einen ausführlichen Serviceteil. Dort werden Planung und Standortauswahl, technische Aspekte, Design-Elemente, Wartung und Pflege, Sicherheit und rechtliche Aspekte behandelt. Außerdem Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sowie Budgetierung und Finanzierung. Zum Schluss werden ausgewählte Unternehmen näher vorgestellt.

Ein Autor*innenverzeichnis rundet das Buch ab.

Die Aufmachung des eleganten Einbandes mit  dem schönen Format ist sehr hochwertig. Die beeindruckenden Fotos  stellen alle Gartenanlagen gekonnt in Szene.
Es wird ein Querschnitt von verschiedenen Varianten und spannenden Ideen präsentiert, die auch Poolbesitzer*innen oder Poolplaner*innen  mit kleinerem Budget gute Anregungen bieten können.


Buch 2

Thomas Auchter: Winnicott verstehen. Einführung in seine psychoanalytischen Konzepte, Psychosozial, Gießen 2024, ISBN: 978-3-8379-3321-5,  32,90 EURO (D)

Donald W. Winnicotts Erkenntnisse zum Menschen, zu seinen seelischen Erkrankungen und seiner psychoanalytischen Behandlung sind hochaktuell. Er war ein dialektischer Denker, der den Menschen in seiner Komplexität, in seinen Widersprüchen und Paradoxien zu begreifen suchte. Er verstand Psychotherapie als Entwicklungsgeschehen, in dem Psychotherapeut*innen vor allem als Entwicklungshelfer*innen fungieren.
Thomas Auchter geleitet durch wesentliche Aspekte der Lebens- und Werkgeschichte des berühmten britischen Psychoanalytikers.
Winnicott entwickelte mehrere Theorien und Konzepte, die die Art und Weise prägten, wie Psychoanalyse heute praktiziert wird. 
Winnicott und seine Frau verwendeten den Begriff "Halten", um sich auf die unterstützende Umgebung zu beziehen, die ein Therapeut für einen Klienten schafft. Das Konzept kann mit dem fürsorglichen und fürsorglichen Verhalten einer Mutter gegenüber ihrem Kind verglichen werden, das zu einem Gefühl von Vertrauen und Sicherheit führt. Winnicott glaubte, dass diese "haltende Umgebung" für die therapeutische Umgebung von entscheidender Bedeutung sei und durch die direkte Auseinandersetzung des Therapeuten mit einem Klienten geschaffen werden könne. Winnicott glaubte auch, dass asoziales Verhalten dadurch entsteht, dass einer Person in der Kindheit ein sicheres Umfeld entzogen wurde und sie sich unsicher fühlt.
Winnicott entwickelte auch das Konzept des Übergangsobjekts. Zu den Übergangsobjekten gehören Gegenstände wie Schmusedecken, besondere Puppen oder Spielzeuge und andere sentimentale Gegenstände. Ein Übergangsobjekt kann einem Kind beispielsweise dabei helfen, sich sicher und geborgen zu fühlen und gleichzeitig seine Unabhängigkeit zu erlangen. Übergangsobjekte entstehen typischerweise in der Kindheit, wenn Kinder mit dem Prozess der Individualisierung  oder der Differenzierung des Selbst von anderen beginnen, aber sie können auch älteren Kindern und sogar Erwachsenen helfen, die vor irgendeiner Art von Übergang stehen .
Winnicotts Vorstellung vom wahren und falschen Selbst hängt mit seinen Ansichten über das Spiel zusammen. Er glaubte, dass das falsche Selbst ein höfliches, geordnetes äußeres Selbst sei, das es einem Menschen ermöglichte, sich in die Gesellschaft einzufügen. Das wahre Selbst ist jedoch das einzige Selbst, das zur Kreativität fähig ist, und das Spielen hilft einem Menschen, dieses wahre Selbst zu entwickeln. Er glaubte, dass das Spielen ein wichtiger Weg sei, durch den Klienten ihr authentisches emotionales Selbst erkennen könnten. Er förderte das Spielen durch kreative Möglichkeiten wie Kunst, Sport oder Bewegung. Winnicott glaubte, der Therapeut könne einem Klienten helfen, das hemmungslose Kind in ihm zu offenbaren und sein wahres Seinsgefühl wiederzuentdecken.
Der Autor taucht weiterhin ein in anthropologische Grundthemen wie »Lebenstrieb statt Todestrieb« oder »Gewalt als Zeichen von Hoffnung?« und erschließt elementare Überlegungen zur Behandlungstechnik, die er mit Therapievignetten veranschaulicht.

Das theoretische und klinisch-technische psychoanalytische Denken Winnicotts, das sich aus der frühesten menschlichen Kindheit heraus entwickelt hat, ist sicherlich mit Gewinn zu lesen. 
Die meisten zentralen Begriffe werden verständlich aufbereitet und in einen Sinnzusammenhang gesetzt. Das Kapitel „Gewalt als Zeichen von Hoffnung?“ wird jedoch leider nicht verständlich erklärt. 
Wer eine intensivere Lektüre möchte, kann auf das ausführliche Literaturverzeichnis zurückgreifen.


Buch 3

Aus dem Salzkammergut. Ein Lesebuch. Mit Darstellungen aus der Bildenden Kunst, Verlag Anton Pustet, Salzburg 2024, ISBN: 978-3-7025-1114-2, 29 EURO (D)

Das Salzkammergut, wie es viele kennen, ist ein „Produkt“ von Einheimischen und „Zuagroasten“. Eine Landschaft, in welcher eine Ansammlung von Bildern, Mythen und Klischees regelrecht die Sicht auf die „reale“ Region und ihre Menschen verstellt: auf Menschen, die vorangehen und mit einer Fülle an Ideen im Gepäck Grenzen überschreiten.
Es handelt sich um die aktualisierte und erweiterte Neuausgabe des Bestsellers „Visionäre bewegen die Welt“. 
In spannenden Beiträgen holen namhafte Autor*innen bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten aus Österreichs „zehntem Bundesland“ vor den Vorhang und spüren ihren Wegen und Irrwegen nach.

Dies beginnt mit einer Einführung über das Salzkammergut im Spannungsbogen von Bildern, Klischees und Realität. Dort geht es zum Beispiel um die demografische Entwicklung und Modernisierung des Salzkammergutes 1800 bis 2100. 
Der Schwerpunkt über Künstler*innen und Lebenskünstler folgt danach. Dabei wird die unter anderem die Künstlerin Emmy Haeserle, ihre Beziehung zu Alfred Kubin und ihre Jahre in Bad Aussee in den Mittelpunkt gerückt. Danach werden ausgewählte Persönlichkeiten wie der Ausseer Taschenspieler Joseph Fröhlich am Dresdener Hof vorgestellt.
Gipfelstürmer und Naturtalente wie der Alpinist Paul Preuß oder Paul Adler Landwirtschaftspionier und Freund von Erzherzog Johann von Österreich werden dann präsentiert.  Zum Schluss gibt es noch Essays über Tüfler*innen und Schrittmacher wie Josef Stern und die Elektrifizierung der Salzkammergutbahn oder Viktor Schauberger und die Entdeckung der Implosion. 
Im Anhang finden sich Literatur und Quellen, eine Vorstellung der Autor*innen und der Bildnachweis.

Dies sind spannende Essays über bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten aus dem Salzkammergut, die jede auf ihrer eigenen Art und Weise prägend für die Region waren. Dabei geht das Lesebuch allerdings über die Region weit hinaus, es werden künstlerische, kulturelle, fortschrittliche und historisch bedeutsame Themen   angesprochen und in einen größeren Zusammenhang gestellt.  


Buch 4

Andreas Stürzer: Vermieterwissen 2024, 28. Auflage 2024, Haufe, Freiburg 2023, ISBN: 978-3-648-17322-0, 29,99 EURO (D)

Als Vermieter*in und Verwalter*in müssen Sie stets auf dem Laufenden sein. Damit Sie Ihre Rechte und Pflichten kennen, sollten Sie über die Themen wie Rauchwarnmelder, Legionellenprüfung, Wärmezähler, Energieausweis, Wohnungsgeberbestätigung, Eichfristen, Mietpreisbremse, Kappungsgrenze und Indexmiete Bescheid wissen. Neben diesen Neuerungen gibt ein praktischer Kalender  Praxistipps und führt Sie durchs Jahr und die damit verbundenen Aufgaben.
Das Buch besteht aus drei Teilbereichen. Im ersten Teil werden die rechtlichen Änderungen 2023/2024 vorgestellt. Schwerpunkte sind dabei die Energiesparverordnungen, die Aufteilung der CO2 Abgabe, die Änderungen in der Heizkosten- und Betriebskostenverordnung, Photovoltaikanlagen, die Anpassung der Heizkosten-Vorauszahlungen und die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes. Außerdem geht es um die Novelle des Telekommunikationsgesetzes mit dem Wegfall der Kabelgebühren, die Mitspiegelreform, die Neuerungen im Steuergesetz, Basiswissen Technik und Umwelt sowie die WEG-Reform.
Der zweite Teilbereich beschäftigt sich mit Basiswissen Mietrecht. Dort werden die Mietersuche, die Befristung des Mietvertrages, die zahlreichen Elemente der Betriebskostenabrechnung und Mietpreisbremse und die Grenzen der erhobenen Miete behandelt. Weiterhin werden Mieterhöhung, Staffelmiete und Indexmiete, Mietermodernisierung, Beispiele für Mietminderung und die einzelnen Elemente der Kündigung präsentiert.
Der dritte Teile gibt Tipps rund ums Jahr. Für den Frühling gibt es Tipps rund um das Wachsen von Bäumen und Blätter, für den Sommer Informationen Spielregeln zum Grillen. Es folgt der Herbst mit der Haftung für Sturmschäden. Abgerundet wird dies mit der Räum- und Streupflicht von Hauseigentümern und Mietern.
Im Anhang finden sich ein Abkürzungsverzeichnis, Informationen über den Autor und ein Stichwortverzeichnis.

Dieses Buch lässt sich verständlich lesen, gerade für Anfänger eine gute Hilfe. Für Fortgeschrittene ist es eine gute Information, sich auf dem neuesten Stand zu halten und auch als Nachschlagewerk. Und sich auch mit komplexen oder unbequemen Themen auseinanderzusetzen.  


Buch 5

Gabaldon, Diana: Das Meer der Lügen: Ein Lord-John-Roman (Die Lord-John-Saga, Band 1), Droemer, München 2024, ISBN: 978-3-426-53044-3, 18,99 EURO (D)

Zum Start der neuen historischen Serie um Lord John entführt Diana Gabaldon ins ebenso quirlige wie brutale London des 18. Jahrhunderts.
Der britische Offizier Lord John Grey ist eben erst aus dem schottischen Exil nach Hause zurückgekehrt, als ihn im London des Jahres 1757 neues Ungemach erwartet: Er erhält den prekären Auftrag, vertrauliche Papiere aufzuspüren, die der britischen Armee gestohlen wurden – vermutlich von einem der eigenen Soldaten!
Dazu kommt, dass der Ehrenwerte Joseph Trevelyan, der Verlobte von Lord Johns Cousine, ein Doppelleben zu führen scheint. Um seine Familie vor einem Skandal zu schützen, folgt Lord John so diskret wie möglich den rätselhaften Spuren Trevelyans – und gerät dabei nicht nur in Lebensgefahr, sondern muss auch sein eigenes Verständnis von Moral, Liebe und Loyalität in Frage stellen.

Der Roman knüpft an die Outlander-Reihe der Autorin an und so ist auch die Hauptfigur Lord John Grey schon bekannt. Hier geht es zurück ins 18. Jahrhundert. Lord John ist ja ein alter Bekannter, den ich nun von einer ganz anderen Seite kennen lernen durfte. Er ist diesmal nicht der allmächtige britische Offizier, sondern eher eine Person in der Londoner Oberschicht, der mit einem zweifelhaften Ruf zu kämpfen hat. An seinen sexuellen Vorlieben hat sich aber nichts geändert und so erfährt man auch, mit welchen Schwierigkeiten Homosexuelle in diesen Zeiten zu kämpfen hatten.  
Neben der Einbettung der neuen Ausgangssituation ist der Roman eine Abenteuergeschichte und zum Teil auch eine Kriminalgeschichte. 
Die Charaktere wurden sehr detailliert ausgearbeitet, die Spannung steigert sich im Laufe der Geschichte. 
Es gibt im Buch mehrere Handlungsstränge, die am Ende ein großes Ganzes ergeben. Der historische Hintergrund ist etwas gewöhnungsbedürftig, da es eine ganz andere Zeit ist und die gesellschaftlichen Vorstellungen anders sind. 
Insgesamt ein guter Einstieg für die Serie, die noch Anknüpfungspunkte für eine Fortsetzung bietet.