Statt Tag der Offenen Tür: Uranfabriken stilllegen!
Von BBU
Der Urenco-Konzern, an dem auch die Energieunternehmen RWE und E.ON beteiligt sind, veranstaltet am Samstag (10. Juni 2023) in seiner niederländischen
Urananreicherungsanlage in Almelo einen Tag der Offenen Tür. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) bekräftigt aus diesem Anlass seine Forderung nach der sofortigen Stilllegung der Uranfabrik in Almelo sowie auch der Schwesteranlage in Gronau (NRW). Zudem fordert der Verband die unverzügliche Stilllegung der Urenco-Anlagen in Großbritannien und in den USA. Zudem lehnt der BBU den Weiterbetrieb des Atomkraftwerks Borssele (NL) sowie die Planung zum Bau neuer Atomkraftwerke in den Niederanden generell ab.
Der BBU erinnert an einen Unfall bei einer Tochterfirma der Urenco in Almelo, bei dem vor zehn Jahren zwei Mitarbeiter tödlich verunglückt sind. BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz kritisiert: „Eine Atomfabrik ist kein Ort für einen vergnüglichen Tag der Offenen Tür. In Urananreicherungsanlagen und anderen Betrieben der Atomindustrie können sich jederzeit Unfälle ereignen und es ist völlig ungeklärt, wo der Uranmüll sicher und dauerhaft gelagert werden kann, der in Urananreicherungsanlagen in großen Mengen anfällt.“
Weitere Gefahren im Zusammenhang mit Urananreicherungsanlagen: Sie sind mit dem gefährlichen Transport von Uranhexafluorid verbunden und nach Umbauarbeiten kann in ihnen Uran für den Einsatz in Atomwaffen vorbereitet werden.
Schon seit vielen Jahren sind die Urananreicherungsanlagen in Almelo und Gronau immer wieder das Ziel von grenzüberschreitenden Protestaktionen. So führte zum Beispiel im Sommer 2022 eine Fahrraddemonstration von Gronau nach Almelo und am 21. April 2023 fanden zeitgleich Protestmahnwachen an den Urenco-Anlagen in Almelo und Gronau statt.
Schon jetzt weist der BBU darauf hin, dass am 1. Juli in der niederländischen Provinz Zeeland eine Fahrrad-Demonstration gegen den Bau neuer Atomkraftwerke in den Niederlanden stattfinden wird.