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Welche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung wählen wir uns?

Von Reinhold Schramm

»Im ökologischen Gleichgewicht zu sein – das wäre die oberste Prämisse für die Ökonomie einer nachkapitalistischen Gesellschaft. Längst ist errechnet worden, wie viel Schadstoff, der beim Produzieren entsteht, unser Planet aus seiner eigenen Regenerationskraft verkraften kann.«  Vgl. Freitag*

Wir Menschen brauchen eine qualitative Ökonomie und Wirtschaft, eine sozial-ökonomisch-ökologische Kreislaufwirtschaft auf der Grundlage des Gemeineigentums an gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln.

Die Produktqualität, die Gebrauchs-, Verbrauchs- und Lebensdauer erhöhen und den Rohstoffverbrauch deutlich vermindern

Wir könnten bereits heute gewaltige Mengen an Rohstoffen einsparen, bei gleichzeitiger Erhöhung der Qualität, der Haltbarkeit und Lebensdauer der Gebrauchs- und Verbrauchsgüter. Dafür bedürfte es allerdings, wie allgemein bekannt sein dürfte, Gemeineigentum an den (gesellschaftlichen) Produktionsmitteln, einschließlich Grund und Boden, Rohstoffen und Bodenschätzen, Luft und Wasser, Tier und Pflanzenwelt. Die allgemeine Ausrichtung der gesellschaftlichen Produktionsmittel auf eine nachhaltige qualitative und sozial-ökonomisch-ökologische Kreislaufwirtschaft.

Diese qualitative und sozial-ökonomisch-ökologische Kreislaufwirtschaft wäre zugleich das Ende des Profisystems. Nur auf dieser Grundlage wäre eine gleichberechtigte und sozialökonomische Teilhabe und damit eine (soziale) Gleichheit [keine „Gleichmacherei“] aller Menschen, unabhängig von der Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe, möglich. Sie wäre zugleich die Grundlage für (internationalen) transnationalen sozialen Ausgleich, soziale Konvergenz und soziale Transformation im Weltmaßstab. Eine globale sozial-ökologische Entwicklungstransformation zur (zunehmenden) sozialökonomischen Gleichheit der Menschen. Eine real zunehmende Überwindung der Entfremdung des Menschen vom Menschen, von Umwelt und Natur.

Nachtrag

Anfang der 1970er Jahre, während meiner Berufstätigkeit in der Möbelindustrie. Bei der Fertigung bemerkte ich die verminderte Haltbarkeit und (vorsätzlich) schlechte Qualität bei der Herstellung und Produktion. Meine Reklamation beim Abteilungs- und Produktionsleiter hatte keinerlei Folgewirkungen auf die Verbesserung der (damaligen) Qualität der Produkte.

Häufig wurden die Küchenmöbel auf Raten- und Kreditbasis erworben. Die Laufzeit hierfür lag bei etwa zwei Jahren. Allerdings konnte man bei einem Familienhaushalt mit Kindern davon ausgehen, dass die Küchenmöbel nach drei bzw. vier Jahren auseinanderfallen.

Bei einer schon in den 1970er Jahren möglichen qualitativen Verbesserung ohne besonderen Mehraufwand in der Produktion, hätte man eine Gebrauchsdauer von fünfzehn bzw. zwanzig Jahren für unser Produkt erreichen können.

Wie den Freitag-LeserInnen bereits bekannt ist, könnte man für formschöne und hochwertige Gebrauchsgüter die Lebensdauer bzw. Verbrauchdauer sehr leicht vervielfachen [wenn die heutigen Privat-EigentümerInnen an Produktionsmitteln dies nur wollten. Eine heutige Ausnahme bildet hier allenfalls die sog. Luxusgüter-Produktion].

Dabei könnten wir den größten Teil an Rohstoffen und/bzw. Bodenschätzen einsparen und die notwendige Lebensarbeitszeit minimieren und uns auf höherwertige kulturelle Gemeinschaftsaufgaben und Bedürfnisse konzentrieren (also, vor allem, auf sinnvolle Lebens- und kreative Schöpfungsarbeit, Kunst und Kulturarbeit etc.). [Vgl.*]

Leser-Kommentar von “QUITE FARAWAY“: „vllt könnte die Headerfrage auch anders lauten:

Wessen Wirtschaft wählen wir uns und weshalb sollte man dafür eine Revolution riskieren, die lediglich wenig mehr als weiteres Blutvergießen zu evozieren imstande wirkt?“ Vgl.*

Antwort zu: QUITE FARAWAY [?]

Meine Frage und Antwort an Sie:

Wofür möchten Sie sich entscheiden?

Gewiss nicht für ein Ende der Geschichte vom Menschen? 

Auch Sie haben die Möglichkeit für eine Entscheidung:

Für den Kapitalismus und Imperialismus [modifiziert “Soziale Marktwirtschaft“ der Finanz- und Monopolbourgeoisie und deren “Sozialpartner_innen“], oder: für die soziale Revolution und Emanzipation von der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen?

Im Kapitalismus, heute ideologisch modifiziert: die sog. “Soziale Marktwirtschaft“ in der BRD und in Teilen der EU, da gibt es keine Alternativen mehr. Die historisch überlebte (modifizierte) Gesellschaftsformation befindet sich im (nuklearen) Endstadium.

Wir sollten uns heute für die humanistische Fortsetzung der Geschichte (vom Menschen) entscheiden!

 

* Vgl. Freitag-Meinungsmedium, Ausgabe 52/15, 06.01.2015. Welche Wirtschaft wählen wir uns? Postkapitalismus. Was wollen wir künftig herstellen, welche Waren sind für uns sinnvoll? Über den Nutzen von Proportionswahlen. Autor: Michael Jäger.

www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/welche-wirtschaft-waehlen-wir-uns

 

10.01.2016, Reinhold Schramm