Skip to main content Skip to page footer

Welche Wirtschaft wählen wir uns? – Modernisierter Kapitalismus und Ökofaschismus oder Sozialismus?

Von Reinhold Schramm

Wir Menschen brauchen eine qualitative Ökonomie und Wirtschaft, eine sozial-ökonomisch-ökologische Kreislaufwirtschaft auf der Grundlage des Gemeineigentums an den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln. {...}*

Vgl. Leser-Kommentar im Freitag-Meinungsmedium.

Erwiderung von Michael Jäger, Redakteur des Freitag: 

„Die Frage ist, was wir unter dem „Gemeineigentum an den gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmitteln“ verstehen. Es gibt da nämlich nicht nur eine Möglichkeit. Verstehen wir es so, dass „der Staat im Auftrag der Gesellschaft“ Eigentümer wird, und zwar Eigentümer in dem Sinn, dass er die ganze Gesellschaft zu einer einzigen Fabrik macht und diese von oben herab befehligt, und selbstredend „vernünftig“ befehligt, also er „die Qualität erhöht“ usw. usf.?

Das wurde im Realsozialismus versucht (dass die „einzige Fabrik“ in mehrere Kombinate zerlegt wurde usw., hat nicht viel geändert) und ist gescheitert. Die Qualität konnte nicht erhöht werden. Deshalb machen die Menschen, darunter ich, Gedanken über eine andere Form des Gemeineigentums. Sie sind, werter Herr Schramm, auf dieser Ebene noch nicht angekommen. Ihre Beiträge lesen sich immer so, als ginge es nur darum Karl Marx umzusetzen. Sie blenden aus, dass das bereits geschehen ist: Es liegen Erfahrungen mit einem ersten Umsetzungsversuch vor, dieser muss ausgewertet und es müssen vernünftige Konsequenzen daraus gezogen werden.

Was ist Eigentum? Eigentum ist das Recht des Zugriffs auf eine Sache. Wenn die Gesellschaft wählt, dass das Verhältnis motorisierter Individual- zu öffentlichen Nah- und Fernverkehr von 4:1 auf 1:4 umgestellt werden muss, verfügt sie derart über die Möglichkeit zu investieren und verhält sich somit als Gemeineigentümer an den Produktionsmitteln. Und so finden es eben manche Leute, darunter ich, besser, als wenn wie weiland in der DDR der Staat es macht.“ Vgl.*

Meine Antwort:

Mit welcher (organisierten) Kraft wollen Sie ihre Vorstellungen umsetzen?

Glauben Sie etwa, die Finanz- und Monopolbourgeoisie und deren militärischen Administrationen, diese würden, ohne Einsatz ihrer Gewaltapparate, freiwillig auf ihr Wirtschafts- und Gesellschaftsmonopol verzichten?

Die organisierte gesellschaftspolitische Kraft einer sozial-ökonomisch-ökologischen Zukunft und Alternative, sie bedarf auch einer organisierten Staatsgewalt, – trotz der historischen Implosion des unvollkommenen Welt-Realsozialismus –, für den Transformationsprozess zur (gleichberechtigten) klassenlosen Gesellschaftsformation.

Das personifizierte Kapital wäre auch zu einen Niedrigschwelligen Nukleareinsatz bereit [siehe historisch gegen Japan], um ihre ökonomische, ideologische (bewusstseinsmäßige) und politische Herrschaft über die (werktätige) Mehrheit der globalen Gesellschaft dauerhaft zu behalten.

Was wollen Sie der organisierten Gewalt des Kapitals entgegensetzen?

{...} Ohne eine beharrliche, disziplinierte, selbstbewusste und organisierte politische Alternative, gibt es keine tragfähige ökonomische, politische und ökologische Umsteuerung [Umwälzung] der imperialistischen Gesellschaftsformation; gibt es keine (humanistische) Zukunft für die Menschheit.

Vgl. Leser-Kommentar *

* Vgl. Freitag-Meinungsmedium, Kommentare, 9./11.01.2015. Welche Wirtschaft wählen wir uns? Postkapitalismus. Von Michael Jäger.

www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/welche-wirtschaft-waehlen-wir-uns

                      

Nachtrag

Leser-Kommentar von “SCHWARZWEISS“ am 12.01.2016:

„Der E10-Wahnsinn frisst so viel Ackerfläche und Regenwald, dass unzählige Hungeropfer zu beklagen sind, viel CO2 nicht mehr gebunden werden kann... Der Verfall der Produktqualität zugunsten einer immer schneller drehenden Wirtschaft verbraucht Rohöl, pumpt CO2 in Massen immer schneller in die Luft. Der Bio-Boom treibt destruktive Blüten mit sozial wie ökologisch ätzenden Folgen...

Ein kompensatorisches Einschränken des Fleischkonsums würde ich unter diesen Umständen als Ökofaschismus bezeichnen.“ Vgl.*

_  _  _

 

12.01.2016, Reinhold Schramm