Größtes Solarkraftwerk der Welt in Marokko eröffnet
Von Siegfried Buttenmüller
Großkraftwerke dienen nur dem Profit und Machterhalt !
In Marokko wurde die erste Anlage des bisher größten Solarkraftwerkes der Welt in Betrieb genommen. Noor 1 wird für 350 Tausend Menschen Strom erzeugen, nach Fertigstellung weiterer 4 Anlagen wird Strom für 1,3 Millionen Menschen erzeugt werden können.
Mit diesem Projekt versucht das Kapital auch beim Solarstrom sein Konzept der Energieversorgung durch zentrale Großkraftwerke durchzusetzen, wie schon bei Kohle; Gas, Öl und Atomkraftwerken. Wer die Stromerzeugung kontrolliert der hat die Macht und kann dem Volk einfach dem Strom abstellen, wenn es nicht pariert, so die Denkweise der großen Kapitalisten. So verwundert es nicht das Saudi Arabische Großkapitalisten bei dem Projekt als Betreiber fungieren und Deutschland die passende Technologie entwickeln darf und auch als Kreditgeber auftritt. Dazu passt der Standort Marokko mit seinem Regime und dem König als absoluten Monarchen. Die Herrschende Klasse tut alles um ihre Macht zu zementieren und wichtige Bereiche wie Energie auch in Zukunft unter Kontrolle zu halten. Außerdem soll der Energiebereich durch solche Großkraftwerke auch in Zukunft maximale Profite ermöglichen, wobei das Sonnenlicht ja eigentlich kostenloses Allgemeingut wie die Atemluft ist.
Eigentlich wäre es sehr einfach und billig Marokko und anderen Ländern bei der Gewinnung des billigen und umweltfreundlichen Solarstromes zu helfen. In Freiburg und anderen Orten musste etwa die Solarfabrik schließen, weil es zu wenige Abnehmer für Photovoltaik Solarpanele gibt, die inzwischen auch in China und weiteren Ländern in großen Stückzahlen produziert werden. Anstatt der Finanzierung eines Großkraftwerkes hätte die deutsche Regierung und ihre KFW Bank also einfach die Produktion günstig kaufen und Marokko und anderen Ländern zur Verfügung stellen können. Jedes Dorf, jeder Stadtteil und zum Teil sogar jeder Haushalt könnte seinen Strom selber produzieren und wäre unabhängig von zentralen Energielieferungen, und auch nicht erpressbar.
Deutschland hat inzwischen dank der Sonnenenergie Überschuss an Strom und in Marokko mit erheblich stärkerer Sonneneinstrahlung, würde sich dezentrale Energiegewinnung aus Solarstrom noch viel mehr lohnen.
Für das Großkraftwerk Noor 1 hat man jedoch keine Kosten und Mühen gescheut, „neue" Technologie zu Erfinden um Großkraftwerke notwendig und sinnvoll erscheinen zu lassen. So setzt man trotz der bereits intensiven Sonneneinstrahlung Spiegel ein um ein Spezialöl zu erwärmen, das dann wieder Wasserdampf erzeugt und die Turbinen zur Stromerzeugung antreibt. Die Energieeffizienz ist jedoch bei dieser Technik miserabel und der Wärmeverlust hoch, so dass dieser Strom zu teuer ist und von Marokko subventioniert werden muss. Erst die Blöcke Noor 4 und Noor 5 werden mit der bereits vorhandenen Photovoltaik Technologie betrieben werden, die erheblich effizienter ist.
Das Kapital steckt tief in Wirtschaft und Forschung drin und Saudi Arabisches Kapital hat auch schon Firmen aufgekauft, die in ihrem Sinne für diese Großkraftwerke produzieren.
Es regt sich jedoch Widerstand, auch in Deutschland versuchen Kommunen ihren Strom selbst zu produzieren, obwohl Berlin und Brüssel dies zu verhindern versuchen. Nach Schönau wird auch Tittisee-Neustadt über seine Stadtwerke Strom selbst produzieren und vertreiben, nachdem es als Speerspitze einen Musterprozess gewonnen hat. Weitere Kommunen folgen.
Energie muss dezentral erzeugt werden, nur dann ist sie billig, umweltfreundlich, demokratisch und sicher. Um dies durchzusetzen ist die Entmachtung und Enteignung der großen Kapitalisten notwendig, damit die ihren schlechten Einfluss auf Forschung, Wissenschaft , Produktion und die Energieerzeugung verlieren. Machterhalt und Profit dürfen in Zukunft keine Rolle mehr spielen sondern die Interessen der Verbraucher müssen an oberster Stelle stehen !
Verweise:
Meldung im Spiegel vom 5.2
Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/solarstrom-aus-der-wueste-marokko-statt-desertec/11793588.html
Badische Zeitung: "Stromrebellen"
http://www.badische-zeitung.de/titisee-neustadt/titisee-neustadt-will-neues-gesetz-beeinflussen