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Energie SaarLorLux: Kein „warmes Wasser“ aus der Sonnenkraft?

von Dr. Nikolaus Götz

Deutschland ist ein Importland für Uran, Erdöl, Gas und Kohle. Diese Rohstoffe sind jedoch nicht kostenlos zu haben und werden durch ihre Verknappung immer teurer. Nur die Sonne scheint die nächsten Milliarden Jahre immer und kostenlos.

Doch „die Atomindustrie“ und die daran hängenden Energieversorger achten sehr wohl darauf, dass Atomstrom in Deutschland nicht überflüssig wird und, dass keine alternative Versorgungsindustrie entsteht, damit die Abhängigkeiten der Verbraucher und die Machtstrukturen der Energiekonzerne zur „Erpressung und Verängstigung“ der Bürger auch so bleiben wie sie sind.

In der neuen Werbebroschüre dem “Blauen Magazin“ des saarländischen Energieversorgers SaarLorLux setzt der Propagandaapparat um Chefredakteur Stefan Eichacker sein ganzes Können ein, um den Ausbau erneuerbarer Energien offensichtlich zu sabotieren.

Ohne einen Textautor zu nennen, verschaukelt dieser Textverantwortliche seine Leserschaft mit der spitzfindigen Formulierung: „Lohnt sich warmes Wasser aus Sonnenkraft?“ (Blaues Magazin, 02/12, S. 9). Dabei will der Text über Vor- und Nachteile des Baues von „Sonnenkollektoren“ zur Warmwassererzeugung informieren. Die Position des Blauen Magazins ist scheinbar kritisch und das Plädoyer auf die gestellte Titelfrage lautet natürlich nicht einfach: „NEIN Danke!“

Das Blaue Blatt formuliert aber, dass „sich alleine aus dem Blickwinkel der Rentabilität die Investition in Solarthermie selten lohnt.“ Furchtbar und falsch, eine solche Aussage aus dem Haus eines Atomstromlieferanten. Wie ist sie denn, die Milchmädchenrechung für die Preisentwicklung der Gas- und Ölpreise oder gar des Urans (inklusive der Kriegskosten für den Rohstoffnachschub wie im Kongo oder in Tschad) für die nächsten zwanzig Jahre? Rentiert sich da noch ein Kohleofen? Wird in den nächsten 10 Jahren die Masse der Kunden überhaupt noch ausreichend Geld für die Bezahlung ihrer Ölrechnung im Winter haben?

Man muss wissen: Schon im Frühsommer 2012 haben einmal die gegen den Willen der Atomindustrie montierten Solaranlangen in Deutschland mehr Strom produziert als 20 Atomkraftwerke! Solarthermie lohnt also nicht, wie es die Autoren vom “Blauen Magazin“ behaupten?

Werden die Atom-Propagandisten aus der Energie SaarLorLux endlich den in Fukushima mit angerichteten Schaden mit allen Folgekosten bis hin zu Endlagerung bezahlen und allen voran der Vorstandsvorsitzende Dr. Jochen Starke? Wohl kaum!

Ebenso wenig bezahlen sie das „kostenlose“ blaue Kundenblatt, das wieder und wieder vierteljährlich die Briefkästen und Hausflure in Saarbrücken vermüllt. Die Rechnung für diese Hochglanzbroschüre reichen die Manager jedoch an ihre diesbezüglich uninformierte Kunden weiter! Und so sabotieren diese schrecklichen Manager den seit 1980 dringend benötigten „ökologischen Umbau der Industriegesellschaft“.

Während die Atomindustrie immer noch von den Fördermitteln des Staates in Milliardenhöhe profitiert, werden die kläglichen Mittel für den Ausbau der regenerativen Energien gekürzt. Richtig resümiert denn der Artikel am Schluss: „Die positiven Auswirkungen auf Umwelt und Klima sind natürlich unbezahlbar – eine Entscheidung die jeder für sich treffen muss.“ Für die Rettung des “Blauen Planeten“ ist dann „jeder“ verantwortlich, nur nicht die gewählte Schwarz-Rote saarländische Regierung oder die „Verantwortung tragenden Energieversorger“ bei der Energie SaarLorLux. Cattenom läßt herzlich grüßen, Herr Dr. Jochen!