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Was kann die Linke in Deutschland zur Eindämmung der Kriegsgefahr tun?

Von A.Holberg

Zunächst zwei Fakten: 1. über 70% der Deutschen sind glaubwürdigen Umfragen zufolge gegen jede Beteiligung Deutschlands an den imperialistischen Angriffen auf Syrien. Zu den Gründen dürfte gehören, dass es a) eine allgemeine Skepsis bzgl. der von den Kriegsherren und ihren Medien vorgebrachten Rechtfertigungen gibt, b) die Angst vor einem direkten Konflikt mit Russland gibt, der Deutschland wahrscheinlich direkter als z.B. die USA in Mitleidenschaft zöge und c) dass die Deutschen keine Lust haben, sich für „irgendwelche Orientalen/Muselmänner hinten weit in der Türkei, wo die Völker aufeinander schlagen“ in Gefahr zu bringen.

2. Die "Linke" in Gestalt der PdL kann aktuell mit ca. 10% Wählerstimmen rechnen. Wähler sind aber noch keine Aktivisten. Mit anderen Worten: die Linke – einschließlich der Grüppchen links von der PdL – ist zu schwach, um irgendetwas zu bewegen, was unmittelbare Auswirkungen hätte.

Deshalb bleibt der Linken nur dieses zu tun: sie muss die Gelegenheit nutzen, durch eine schonungslose Aufklärung über die Ziele und Lügen der eigenen Herrschenden die Grundlage zu schaffen, um in Zukunft die ideologische und politische Legitimität der bürgerlichen Parteien von der SPD über die Grünen, die FDP bis hin zur CDU/CSU generell zu untergraben. Mehr kann man heute nicht erwarten. Weniger aber, wie es z.Z. von der Führung der PdL praktiziert wird, darf man nicht durchgehen lassen. Wenn eine rein pazifistische Erklärung wie die jüngste des PdL-Parteivorstands vom Papst oder anderen religiösen Führern verbreitet würde, würde ich sie laut begrüßen. Von einer Partei, die sich „links“ nennt und sich bei Bedarf gar auf Karl Marx bezieht, kann man das aber nicht durchgehen lassen. Es kann nicht sein, dass eine solche Partei in ihrer Analyse hinter das zurückfällt, was beispielsweise der ehemalige Bundeswehr-Inspekteur Harald Kujat zum Thema gesagt hat [https://de.sputniknews.com/politik/20180412320301848-general-kujat-warnt-vor-heissem-krieg/]und erst recht nicht hinter das, was unabhängig von der dahinterstehen Motivation, Sprecher der AfD klar gesagt haben [https://afdkompakt.de/2018/01/12/scharfe-kritik-an-syrien-politik-der-bundesregierung/]

Angesichts dessen, dass ich für die hier dargelegte Position bereits von einem PdL-Repräsentanten des Sektierertums beschuldigt wurde, sei sicherheitshalber darauf hingewiesen, dass ich selbstverständlich für eine Aktionseinheit mit der PdL auch bei nur pazifistischen Protesten eintrete, dass ich auf der anderen Seite aber gegenüber jedem Opportunismus unter dem Deckmantel der Notwendigkeit der Aktionseinheit auf der Notwendigkeit inhaltlicher Klarheit beste, denn diese ist es, ohne die die Linke keine Zukunft hat und folglich nichts Relevantes auch nur für den Kampf gegen die wachsende Kriegsgefahr auch in Europa wird tun können.