Konterrevolutionen
von Wolfgang Kulas
Verehrter Max Brym, ich erahne vielleicht wohin ihre Gedanken in Form Ihrer Thesen gehen. Dann sollte Sie diese in Teilen selbst noch einmal fein analysieren. Wenn wir sie so stehen lassen, werden diese nur kaum verstanden und erfüllen wohl auch ihren Zweck nicht.
Zunächst hat Liebknecht den Feind im eigenem Land gesehen und genannt.
Da dies selbst im ideologisch feindlichen Lager nicht bestritten werden konnte; sie wußten ja um ihre Interessen und dafür starb Liebknecht. Man war sich nicht zu fein, Hand anzulegen und warf dann Rosa in den Landwehrkanal.
Es scheint so, als ob es ja heute nicht ganz so schlimm werde.
Ich sehe es schlimmer, weil wir klüger geworden sein sollten. Die Konterrevolutionen haben heute neben den alten auch neue Gesichter und so mancher Revolutionär revoltiert am liebsten am Rednerpult des Bundestages anstatt die Kraft der Opposition mehr auf die Strasse zu führen. Nun; es ist der Vorteil des Lesenden, beim Verfasser zu mäkeln.
Es sollte keine generelle Ablehnung ihres Beitrages sein. Aber vielleicht stimmen wir darin überein, dass momentan eine linke Kraft dabei ist, eine Hälfte ihrer Ausstrahlung als Handschlag mit der bürgerlichen Mitte zu verbinden. Brauchen wir als Oppositionelle eine solche Entwicklung??
Ist die bürgerliche Mitte so schwach, um ihre Interessen zu wahren? Reicht es nicht, dass diese Sozialdemokratie, große Teile der CDU und nicht zu vergessen der überwiegend grün gefärbte Mittelteil für diese goldene Mitte kämpft? Und um was kämpfen sie eigentlich?
Nun; diese Antwort kann ich mir wohl sparen; nur eines; es sind die fast gleichen Kräfte, welche 1914 den Krieg nicht verhindern wollten und es sind die gleichen Kräfte, welche das nicht verhindert haben, was sie nicht wollten und: es waren als erstes die "Liebknechts, die Luxemburgs, die Kommunisten", welche mit Zustimmung der alten Sozialkameraden geholt wurden.
Wir sind heute schon wieder so weit an einem Beispiel, dass eine SPD-Stadtabgeordnete bemerkte, sie könne ja in einem Protestzug gegen Nazis nicht neben einem DKP-ler laufen. Fällt Ihnen dazu noch etwas ein? Mir noch gar viel, aber damit wollen wir's heute belassen
Beste Grüße Wolfgang Kulas,
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