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DIE LINKE NRW lehnt „freiwillige“ Rente ab 70 ab

Von DIE LINKE. NRW

Zu dem Vorschlag von Frank-Jürgen Weise, Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, den freiwilligen Renteneintritt ab 70 Jahren durch zusätzliche Anreize zu fördern, erklärt Christian Leye, stellvertretender NRW-Landessprecher der Partei DIE LINKE:

„Das Schwafeln über eine ‚freiwillige‘ Weiterarbeit bis zum 70. Lebensjahr gleicht dem Versuch, eine Hungersnot durch Diättipps für freiwillige Gewichtsabnahme zu bekämpfen. In NRW besserten schon vor zwei Jahren 216 000 Menschen ihre Renten durch Zuverdienst auf, aktuellere Zahlen liegen der Arbeitsagentur in NRW nicht vor.

Hintergrund ist die auch in Nordrhein-Westfalen wachsende Altersarmut.

So beziehen laut des DGB-Rentenreports 2014 bereits heute 250 000 Rentnerinnen und Rentner in NRW Grundsicherung im Alter. Dies ist ein drastischer Anstieg von mehr als 340 Prozent in den letzten 10 Jahren.

Dieser Trend zu staatlich organisierter Armut im Alter wird in Zukunft noch deutlich zunehmen dank des sinkenden Rentenniveaus und der faktischen Rentenkürzung durch die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre. Dies gilt gerade auch für NRW mit seinem großen Niedriglohnsektor, in welchem viele der Betroffenen erst gar keine Rentenansprüche oberhalb der Grundsicherung erwerben können. Da bei wachsender Altersarmut immer mehr Rentner darauf angewiesen sind, die mickrigen Renten durch Minijobs, den Gang zur Suppenküche oder Flaschensammeln aufzubessern, ist die Diskussion um eine freiwillige Rente ab 70 schlicht zynisch.“ Christian Leye weiter: „Statt eines Lösungsansatzes für die Altersarmut oder den angeblichen Fachkräftemangel liefert die Forderung von Arbeitsagenturchef Frank-Jürgen Weise vor allem eines: eine Steilvorlage für neoliberale Überzeugungstäter, die nächste Rentenkürzung durch Ausdehnung des Renteneintrittsalters in die öffentliche Diskussion zu bringen. Einer der fünf ‚Wirtschaftsweisen‘, Prof. Lars Feld, hat diese Steilvorlage bereits aufgenommen und fordert nun eine ‚Ausweitung des Renteneintrittsalters über 67 Jahre hinaus.‘ Angesichts der ausufernden Altersarmut und des rhetorischen Türöffners für weitere Rentenkürzungen lehnt DIE LINKE NRW die freiwillige Rente ab 70 Jahren strikt ab.“