Auch wir verlangen: Putin sollte nach Auschwitz eingeladen werden
von KPF
In vielen Gesprächen äußern nicht nur Mitglie- der, sowie Sympathisantinnen und Sympathi- santen der LINKEN ihre Empörung darüber, dass der russische Präsident anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee keine offizielle Einladung zu den Gedenkfeierlichkeiten erhielt.
»Begründungen« für dieses geschichtsverges- sene Verhalten sind fadenscheinig.
Wir – der Bundessprecherrat der Kommunistischen Plattform der Partei DIE LINKE. und die Erst- unterzeichnerInnen – fühlen uns politisch und moralisch verpflichtet, hier etwas zu tun.
Bitte unterzeichnet die nachfolgende Erklärung, damit dem politischen Willen vieler in diesem Land zu diesem Skandal Ausdruck verliehen wird. Helft auch mit, diese Erklä- rung möglichst weit zu verbreiten.
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Auschwitz – allein das Wort erzeugt bis heute und für alle Zeiten ein Gefühl abgrundtiefen Grauens.
Die bestialischsten Verbrechen wurden dort begangen. Millionenfach. Die Rote Armee setzte dem ein Ende.
Es ist empörend, dass der russische Präsident Wladimir Putin zu den Gedenkfeierlich- keiten anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz nicht offiziell einge- laden wurde – unabhängig davon, ob es allgemein üblich ist, Staats- und Regierungs- chefs hierzu einzuladen.
Sieht man von der dankenswerten Erklärung des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jeru- salem [1] ab, so regt sich über diesen politisch-moralischen Skandal kaum jemand auf. Sieben Jahrzehnte nach der maßgeblich durch die Sowjetunion unter unglaublichen Opfern bewirkten Zerschlagung des Faschismus hat der Russenhass wieder monströse Ausmaße angenommen.
Irrationalität regiert. Es ist irrational, den Repräsentanten des Landes nicht direkt zur Gedenkveranstaltung in Auschwitz einzuladen, dessen Armee den Überlebenden dieser Mordfabrik die Freiheit brachte. Das ist Geschichtsrevisionismus perfidester Art.
Wir verlangen die offizielle Einladung des höchsten russischen Repräsentanten. 27 Mill- ionen sowjetischer Menschen verloren im Kampf gegen die faschistische Barbarei ihr Leben.
Wo bleibt der ihnen gebührende Respekt? Wir fordern ihn ein!
ErstunterzeichnerInnen:
Ellen Brombacher, Thomas Hecker, Heidrun Hegewald, Jürgen Herold, Prof. Dr. Her- mann Klenner, Horsta Krum, Prof. Dr. Moritz Mebel, Prof. Dr. Sonja Mebel, Inge Gut- mann, Kurt Gutmann, Friedrich Rabe, Dr. Andrej Reder, Joachim Traut, Dr. Volkmar Vogel.
Weitere Unterstützerunterschriften bitte bis zum 27. Januar 2015 an:
kpf@die-linke.de
[1] Vgl.: Efraim Zuroff, Simon Wiesenthal Center:
»Putin should be invited to Auschwitz«, 14.01.2015.
www.i24news.tv/en/opinion/57693-150114-putin-should-be-invited-to-auschwitz
https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz#Todesm.C3.A4rsche_und_Befreiung_des_Lagers
https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz_I_%28Stammlager%29#R.C3.A4umung_und_Befreiung