Imperialistische Finanz- und Weltwirtschaft - "Globalisierung"
von Reinhold Schramm
Der USA-Imperialismus ist Nutznießer im Welt-Währungskrieg
"Der größte Schuldner der Welt benutzt die Dominanz seiner Währung, um den Reichtum von den aufkommenden Volkswirtschaften abzusaugen. Mit einem herbeigeredeten Währungskrieg, in dem China als das Hauptziel gilt, versuchen die USA wieder einmal, den globalen Wohlstand zum eigenen Vorteil umzuverteilen." (China Daily / China Internet Information Center - CIIC)
Ein Auszug im Klartext: Ein Währungskrieg ist ein Finanzkrieg, ein Krieg um Wohlstand. Ein Krieg, in dem der imperialistische Staat (bzw. Staatengemeinschaft) eine vorteilhafte Position hat, welcher die weltweite Leitwährung herausgibt. Der USA-Imperialismus hat sich in der Vergangenheit stets auf zwei Motoren seines Wirtschaftswachstums verlassen: Die internationale Dollarschwemme und die nationale Verschuldung. In der Folge verwandelte sich das internationale Dollarsystem zu einem "Schuldensystem" - zum Vorteil der USA.
Um den Schuldenberg abzutragen, der im Jahre 2009 zwölf Billionen US-Dollar (12.000 Milliarden US$) oder 82,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts betrug, hat die US-amerikanische Zentralbank eine Geldpolitik der quantitativen Lockerung eingeführt. Ihr Ziel, dass sie damit die Schulden der USA billig und zu Lasten anderer Staaten und kapitalistisch-imperialistischer Wirtschaftsregionen abtragen kann. Eine Inflation würde der Kapital-Führung und deren Regierungsadministration in den USA helfen. Der USA-Imperialismus wäre der größte Nutznießer, wenn ein weltweiter Währungskrieg ausbrechen würde.
China und andere kapitalistische Schwellenländer sollen die ökonomischen Opfer von diesem Nullsummenspiel (der Finanz-, Wirtschafts- und Großbourgeoisie und deren ökonomischen, militärischen, geopolitischen und gesellschaftspolitischen Administration) des USA-Imperialismus werden. "Weil sich deren Volkswirtschaften nach der Weltwirtschaftskrise schneller erholt haben, ist das Kapital aus der ganzen Welt noch schneller in die aufsteigenden Volkswirtschaften geflossen, als es dies bereits vor der Finanzkrise schon tat. Es wird geschätzt, dass zwischen April 2009 und Juni 2010 die Menge an internationalem Kapital, das in die 20 führenden Wachstumsmärkte geströmt ist, 575 Milliarden US-Dollar betragen hat. Die Hälfte davon gelangte nach Asien. Diese große Menge an internationalem Geld hat den Aufwertungsdruck unter den Empfängerstaaten erhöht und die Grundlage für eine Inflation geschaffen."
Zwei Drittel der 20 schnell wachsenden Volkswirtschaften leiden an negativen Zinssätzen und stehen unter hohen Druck, die Preise zu erhöhen. Der Finanzkonzern Merril Lynch schätzt, dass China im Jahre 2010 eine Inflationsrate von 3,2 Prozent haben wird. Indien voraussichtlich bei 7,9 Prozent, Russland bei 6,1 und Brasilien bei 5,0 Prozent. "Gleichzeitig hat das einströmende internationale Kapital den Aufwertungsdruck dieser exportorientierten Volkswirtschaften erhöht."
Ein teurer Yuan könnte den USA-Export befördern, die fälligen wirtschaftlichen Restrukturierungen vorantreiben und helfen, dass sich die US-Wirtschaft schneller erholt. - China ist der größte Kreditor der USA (Staatsanleihen in Richtung: 900-Mrd.-US$). Würde die chinesische Währung schnell an Wert gewinnen, dann würden sich die in US-Dollar nominierten Schulden der USA gleichsam in Luft auflösen.
In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich das USA-Dollarsystem als ein erfolgreiches imperialistisches Werkzeug erwiesen, um mit den gewaltigen Schuldenberg umzugehen. Auch auf diese Weise gelang es den USA-Imperialismus, den nationalen Wohlstand - insbesondere ihrer Finanz-, Wirtschafts- und Großbourgeoisie - zu erhöhen. "Statistiken belegen, dass 48 Prozent des internationalen Währungshandels und 83,6 Prozent der internationalen Finanztransaktionen noch immer in US-Dollar von statten gehen. Auch 61,3 Prozent der Auslandsreserven der Welt sind in US-Dollar gehalten. Als das Land, welches die (Welt-) Leitwährung herausgibt, kann es die nationalen Schulden [der imperialistischen USA] einfach abtragen, indem es mehr US-Dollars druckt und dadurch eine Abwertung vornimmt." - Zwischen 2002 und 2006 verschwanden auf diese Weise USA-Schulden im Wert von 3,58 Billionen US-Dollar (3.580 Milliarden US$).
China und andere kapitalistische Staaten, welche den USA Geld geliehen haben, werden nun in einen Finanz- und Wirtschaftskrieg gezogen, da die imperialistischen USA den US-Dollar abwerten wollen. Um eine Entwertung des US-Dollars zu vermeiden, um zu verhindern, dass sich der Wert ihrer Anlagen in US-Dollar (Staatsanleihen etc.) verringert, müssen die zahlreichen Kreditoren der imperialistischen USA weiterhin US-Dollar kaufen und dabei riskieren, dass ihre Anlagen trotzdem an Wert verlieren.
Ein Ansteigen ihrer Währungen würde dazu führen, "dass ihre Exporte schwer leiden und noch mehr internationales Geld angezogen wird, wodurch sich die Grundstückspreise erhöhen und es unter Umständen zu einer wirtschaftlichen Blasenbildung und zu einer Inflation kommen kann." Die Hauptlast würden die chinesischen Werktätigen und anderen geplünderten werktätigen Völker tragen.
China Daily / CIIC: China sollte "bei einem Krieg um den Wechselkurs sowohl kurz- wie auch langfristige Interessen berücksichtigen und sich auf eine lange Konfrontation einstellen."
Quelle vgl.: China Daily / CIIC - am 25.10.2010.
Die USA sind Nutznießer bei einem allfälligen Währungskrieg. - Der Autor des China Daily ist Wissenschaftler beim Informationszentrum der chinesischen Regierung.
http://german.china.org.cn/business/txt/2010-10/25/content_21194518.htm
Merke: "Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte und die gründlichere Ausbeutung alter Märkte. Wodurch also? Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert."
(Karl Marx und Friedrich Engels, in: Manifest)