Finanzmarktkrise ohne Ende?
von ver.di Fachbereich Finanzdienstleistungen – Bereich Wirtschaftspolitik
Vorschläge für eine neue Finanzmarktarchitektur
Die Ausgangslage
Die Finanzmarktkrise wurde 2007 durch das Platzen einer gewaltigen Spekulationsblase ausgelöst. Diese hatte sich in einem durch Deregulierung und Liberalisierung geprägten weltweiten Finanzsystem entwickelt. Insofern ist es nicht nur irgendeine Blase, die geplatzt ist. Vielmehr handelt es sich um eine neue Dimension, eine Spekulationsblase, die in einem neo-liberal entwickelten Finanzsystem entstand.
Ein System bestehend aus immer größer werdenden Mega-Investmentbanken, wenigen Ratingagenturen mit Interessenkonflikten, sogenannten Finanzinnovationen (Verbriefungen und Derivate), institutionell geschwächter Aufsicht und Schatteninstituten. Die gleichzeitig betriebene gewaltige Umverteilungspolitik von unten nach oben führte in Verbindung mit dem deregulierten Finanzsystem zur Abkoppelung der Finanzvolumen von der Realwirtschaft. Daher ist die Finanzmarktkrise eine tiefgehende Systemkrise.
Diese Krise blieb nicht allein auf die Finanzmärkte beschränkt. Spätestens mit der Insolvenz von Lehmann-Brothers im September 2008 schlug sie heftig auf die gesamte Realwirtschaft durch. Wachstumseinbrüche und in deren Folge nachteilige Auswirkungen für breite Teile der Bevölkerungen durch Beschäftigungsabbau, steigende Arbeitslosigkeit, Sozial- und Rentenkürzungen waren eine Folge.
Eine weitere Folge: Banken mussten vom Staat gerettet werden, um einen Zusammenbruch des Finanzsystems und der gesamten Wirtschaft abzuwenden. Dafür haben die Staaten Hunderte von Milliarden Euro aufgebracht.
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Diskussionspapier Download:
http://wipo.verdi.de/wirtschaftspolitische_informationen/data/Vorschlge-fr-eine-neue-Finanzmarktarchitektur.pdf