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Patriarchale Perversion der Sexualität und Gewalt gegen Frauen

Von Reinhold Schramm

»Auch in Deutschland, das doch die meisten von uns als aufgeklärtes, weitgehend gleichberechtigtes Land verstehen, ist Gewalt gegen Frauen nicht die Ausnahme, sondern Normalität.« Vgl. Freitag-Meinungsmedium*

Kommentare

Notwendige Bemerkungen: Die Befreiung der Frau aus doppelter Unterdrückung und Rechtlosigkeit (als Frau und Ausgebeutete) erfordert solche gesellschaftlichen Bedingungen, die der Frau gleiche Möglichkeiten wie dem Manne geben, ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten voll zu entfalten und aktiv am gesellschaftlichen Reproduktionsprozess teilzunehmen. {...}

Natürlich gibt es einen deutlichen Fortschritt in der gesellschaftlichen Stellung der Frau in Deutschland und Europa! Dieser Fortschritt sollte doch heute eine allgemeine Binsenwahrheit sein. Streicheleinheiten und Relativierungen von und für Fehlhandlungen dienen nicht der Emanzipation und Gleichstellung der Frau in der (historisch und heutigen) kulturell-traditionellen und feudal-religiösen Männerwelt!

Die Relativierung bzw. der [durchaus berechtigte] Hinweis auf die mangelhaften Zustände in den Geschlechterverhältnissen, wie auch in Deutschland und Europa, dient kaum der Entwicklung der Emanzipation [und Befreiung] der arabisch-afrikanischen Frau. Auch die bürgerliche Aufklärung und (bürgerliche) Emanzipation dient der Überwindung der vorhandenen sozioökonomischen und historisch kulturell-patriarchalen Rückständigkeit.

Die nachdrückliche Benennung der verbesserten gesellschaftlichen Stellung der Frau in Europa sowie deren entschiedene politische Verteidigung und Entwicklung ist weiterhin notwendig.

Hier befördert die Relativierung bzw. Abwertung der deutlichen Unterschiede, die Frauenfeindlichkeit und dient nicht der Aufklärung und Überwindung der Frauenunterdrückung in der arabischen Welt. Relativierung verkleistert hier die vorhandenen historischen Entwicklungsunterschiede. So auch im Verhältnis zur rückständigen gesellschaftlichen Stellung der Frau in der patriarchalen Männerwelt der arabisch-nordafrikanischen Klassengesellschaften.

Aufklärung dient der ökonomischen, sozialpolitischen und gesellschaftspolitischen Gleichstellung und (der weiteren Entwicklung in Richtung der ) Emanzipation der Frau, aber auch bei der Bewusstseinsveränderung (und Aufhebung der Entfremdung) der Männer.

Die Benennung von historischen Entwicklungsunterschieden und die sich hieraus ergebenden, objektiven und aktuellen Fakten, ist keine Fremdenfeindlichkeit, keine Frauenfeindlichkeit und auch kein Rassismus. Die Benennung hat unabhängig von der jeweiligen Herkunft, Geschlecht und Hautfarbe, zu erfolgen!

Noch ein Blick in die historisch-kulturelle und traditionell-patriarchale, ‘feudal-religiöse und sozioökonomische Entwicklung, so auch im Jahr 2016, z. B. im Reich der führenden irrationalen Religions- und Kapital-Zentrale der feudal-religiösen und irdischen ‘Gottkönige und Öl-Prinzen Saudi-Arabiens: 70 Prozent der (vor allem ‘christlichen) Hausangestellten erleiden physische und psychische Gewalt. Nach Appellen von Menschenrechtsorganisationen gibt es keinen Schutz für das Heer geringqualifizierter Arbeitskräfte. Die Vergewaltigung Hausangestellter (von Frauen und auch Männern) ist an der Tagesordnung beim bundesdeutschen und europäischen ‘feudal-religiös-patriarchalen Geschäftspartner Saudi-Arabien.

So fordert das Internationale Arbeitsamt Genf auch “Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte“ beim irdischen und absolutistisch-patriarchalen Verwalter fürs irrationale und ‘feudal-religiöse ‘Himmelreich. www.ilo.org

Antwort an @ PINATS [?]

realitätsverblendung“ [siehe auch Kommentar und Diskussionsbeitrag von ‘PINATS’]

Meine Zustimmung zum wesentlichen Teil ihrer Ausführungen.

Meine Bemerkungen zu: Islam und Saudi-Arabien?

Auch das saudische Kapital und seine vorgeblich religiösen, aber doch weltlichen Herrschaftsideologen, verfolgen ‘unabhängig von den Vereinigten Staaten, NATO und EU, eine eigenständige Globalisierung [keine “Verschwörungstheorie“].

Hier findet auch der Islam saudischer Prägung seinen (ideologischen) Einsatz für die Destabilisierung bzw. Stabilisierung der Regime und für die Förderung religiöser Einrichtungen, weltweit. So auch bei den westlichen Wirtschaftspartnern, einschließlich in der Bundesrepublik Deutschland.

Mit Hilfe der Rohstoffbasis und vor allem westlichen Wirtschaftspartnern entwickelt Saudi-Arabien ihr innenpolitisches, außenpolitisch-geostrategisches Militärprogramm. Dazu gehört auch ein Nuklearprogramm, unter (aktiver) Beteiligung Frankreichs, Chinas, Pakistans, Südkoreas und Japans.

Dabei dient die Religion den weltlichen Herrschern, SA und ihren Ideologen, vor allem als strategisches Instrument zur Durchsetzung innenpolitischer, geo-strategischer und imperialistischer Gegenwarts- und Zukunftsinteressen. In Vorbeugung auch – vor allem – für die Zeit nach dem Versiegen ihrer geo-strategischen Rohstoffbasis.

[Die sexuelle Gewalt (ohne Politik?) ist z. Z. das Thema.] 

Antwort an @ ROGER11 [?]

Klar sollte doch sein, dass patriarchalisches Familiengefüge {...}, nur bei bildungsfernen Gesellschaftsstrukturen unverrückbares Kulturgut.“ [Vgl. Kommentar von ‘ROGER11']

Die ungeschminkte Wirklichkeit und Realität ist aber auch [Zitat]: “Und in diesen Städten ist es keineswegs nur der einfache, wenig gebildete Mann aus dem Volk, der sich zum blutigen Richter im Namen der Scharia aufschwingt. Man findet die selbst ernannten Henker [der Frau] bis hinauf in westlich gebildete Akademikerkreise – eine Oberschicht, die allen technischen Fortschritt aus dem ‘Westen’ bewundert, aber bei einer Reform traditionellen islamischen Familienrechts in Panik gerät.“  (S. 175/176.)

Quelle: Der Islam und die Frauen: Frauenrechte im Koran, Hadith und Scharia, Reformen und das Bleigewicht der Tradition. In: Syrien verstehen. Geschichte, Gesellschaft und Religion. Von Gerhard Schweizer. / Eine Freitag-Buchempfehlung.

* Vgl. Freitag-Meinungsmedium, Ausgabe 02/16, 14.01.2016. Das geht #ausnahmslos alle etwas an. Von Teresa Bücker. »Gewalt. Wir müssen Sexismus in allen Bereichen bekämpfen, fordert die Co-Initiatorin von #ausnahmslos. Die Debatte darf nicht nach rechts abdriften.«

www.freitag.de/autoren/der-freitag/das-geht-ausnahmslos-alle-etwas-an

 

18.01.2016, Reinhold Schramm