Skip to main content Skip to page footer

LINKE NRW nach Köln: Aufstehen gegen Gewalt an Frauen

Von DIE LINKE. NRW

Anlässlich der Ereignisse in der Silvesternacht ruft DIE LINKE NRW zur Teilnahme an dem weltweiten Aktionstag „One Billion Rising“ auf. Es sei das falsche Signal, Frauen mit Verhaltensregeln praktisch zum Rückzug aus dem öffentlichen Raum aufzufordern. Vielmehr müsse ein Zeichen gesetzt werden, das Mut macht gegen sexualisierte Gewalt.

„Auch wenn die sexuelle Belästigung in erster Linie eine Masche für Taschendiebstahl war, ist auffällig, dass vor allem Frauen als ungeschützte Opfer ausgesucht wurden“, sagt Özlem Demirel, Sprecherin der Linken NRW. „Unsere Antwort darauf muss sein, dass wir Frauen den Rücken stärken.“

Demgegenüber sei es keine Lösung, Frauen zu raten, eine Armeslänge von Fremden entfernt zu bleiben, nicht alleine und nicht an dunklen Orten unterwegs zu sein. Mit der Fokussierung auf solche Vermeidungsstrategien überlasse man den Tätern den öffentlichen Raum, während die Welt für Frauen eng und angstbeladen bleibe.

Es sei eine Erscheinungsform einer sexistischen, patriarchalen Gesellschaft, wenn Frauen von Männern als Freiwild behandelt würden. Das werde sich nur ändern, wenn Frauen aufstehen und den Respekt und den öffentlichen Raum für sich zurückfordern.

Zudem wendet sich DIE LINKE gegen die Ethnisierung der Berichterstattung. Durch die vielfache Betonung der vermuteten Herkunft der Täter werde der falsche Eindruck erweckt, das Problem habe in erster Linie damit zu tun.

„Eine Gruppe nordafrikanischer Taschendiebe repräsentiert ihre Herkunftsländer so wenig, wie Pegida Deutschland repräsentiert“, erklärt Demirel.  „Das Problem lässt sich auch nicht abschieben, wie es NRW Ministerpräsidentin Kraft ins Gespräch bringt. Der Sexismus ist hier in Deutschland, da braucht man sich nur das Oktoberfest anzuschauen. Wir müssen selbst damit fertig werden.“

Es sei auch nicht hilfreich, wenn Oberbürgermeisterin Reker Verhaltensregeln für ausländische Gäste beim Karneval verspreche. Die Täter der Silvesternacht hätten mit Sicherheit genau gewusst, dass sie die Grenzen von Recht und Anstand verletzten.