Kultur, Religion und Tradition. Männer, die Frauen nicht die Hand geben
Von Reinhold Schramm
»Als Muslima weiß sie um die Begründungen, und die ärgern sie nur noch mehr.« - »Wenn manche meiner “Glaubensbrüder“ meine Begrüßungsgeste nicht erwidern, ärgere ich mich. Mir geht dann der immer gleiche Gedanke durch den Kopf: Ich will hier keine Zustände wie in islamischen Ländern! Ich mag die hier geltenden Codes des gesellschaftlichen Umgangs. Ich möchte nicht, dass diese Regeln des höflichen Miteinanders aufgeweicht werden durch Umgangsformen, bei denen nicht der Mensch an sich, sondern sein Geschlecht ausschlaggebend ist.« Vgl. Zeit.de**
»Ein Iman wollte einer Lehrerin der Berliner Platanus-Schule nicht die Hand geben, der Konflikt war vorprogrammiert.« - »Verschiedene Hände, verschiedene Sitten« ?
Vgl. Freitag-Meinungsmedium*
Kommentar
Worum geht es eigentlich?
Es geht um die kulturelle Abwertung der Frau. Um die religiöse Auslegung von -vorgeblich- weiblicher Unreinheit. Und damit um die traditionell-ideologische und feudal-religiöse Minderwertigkeit der Frau.
Vom primär weiblichen Gutmenschentum gegenüber den traditionellen (und religiösen) Patriarchen -aus welcher Kultur auch immer- sollte sich die -halbwegs- aufgeklärte Frau verabschieden. Hierbei auch gegen deren gesellschaftlichen Traditionen, wie konservativen Religionsauslegung, beharrlich erwehren!
Der Verweis, – auf viele Jahrhunderte kultureller Traditionen und Auslegung des religiösen Aberglaubens –, darf nicht dazu führen, dass immer noch ungenügende gesellschaftliche Errungenschaften der früh-bürgerlichen Aufklärung und relativer Gleichstellung der Geschlechter im bürgerlichen Staatswesen: Bildungseinrichtungen, Justiz und Rechtsprechung, im Arbeits- und Gesellschaftsleben, über Bord geworfen - und der traditionellen und kulturellen Repression gegenüber Mädchen und Frauen geopfert werden.
Aufgabe der bürgerlichen Gesellschaft ist es: die bürgerliche Aufklärung und den Fortschritt bei der Gleichstellung der Frau nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln und gegebenenfalls auch mit staatlichen und rechtlichen -relativen- Gewalt-Mitteln durchzusetzen.
Dies gilt so auch gegenüber der vieltausendfachen -traditionellen und kulturellen- Geschlechtsbeschneidung bei Mädchen [- so auch immer noch in der BRD]. Oder auch bei der tausendfachen Verweigerung der Eltern: ihre Töchter am Sport und Schwimmunterricht teilnehmen zu lassen. Ebenso müssen Kinderehen, - und hierfür auch die vielfache Rückführung in die Herkunftsländer, unterbunden werden.
Gleiches gilt so auch für die Polygamie. Auch dann, wenn Frauen diese Beziehungen bewusstseinsmäßig über Jahrhunderte kulturell eingetrichtert wurden [- falsches Bewusstsein].
Frauen [und so auch die Männer], schmeißt das traditionell eingebläute und eingetrichterte -hündische- weibliche Gutmenschentum endlich über Bord.
Vorwärts mit Rosa Luxemburg und Clara Zetkin [und teilweise auch mit August Bebel] - auch weiterhin im 21. Jahrhundert!
* Vgl. Freitag-Meinungsmedium, 26.06.2016. Der Pankower Handreich-Konflikt. »Integration. Ein Iman wollte einer Lehrerin der Berliner Platanus-Schule nicht die Hand geben, der Konflikt war vorprogrammiert. Eine Einordnung.«
Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Magda
https://www.freitag.de/autoren/magda/der-pankower-handreich-konflikt
www.freitag.de/autoren/magda/der-pankower-handstreich-konflikt** Vgl. ZEIT-ONLINE am 12. Oktober 2015. Händedruck mit Muslimen. Zum Schütteln.»Männer, die Frauen nicht die Hand geben – für unsere Autorin ein Unding. Als Muslima weiß sie um die Begründungen, und die ärgern sie nur noch mehr.« Von Canan Topçu
www.zeit.de/gesellschaft/2015-10/muslime-begruessung-haende-schuetteln-religion-islam/
30.06.2016, Reinhold Schramm