„Korrektur beim Berufswahlverhalten junger Mädchen notwendig!“
„Junge Frauen verkaufen sich bei der Berufswahl weiterhin deutlich unter Wert. Indem sie ‚typische Frauenberufe‘ immer noch technisch-handwerklichen vorziehen, nehmen die jungen Frauen sowohl Nachteile bei der Ausbildungsvergütung als auch eine schlechte berufliche Perspektive in Kauf“, erklärt Yvonne Ploetz, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion von DIE LINKE, zu der neuesten Presseinformation der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
Ploetz weiter: „Die Berufswahl verläuft nach wie vor mehrheitlich nach gesellschaftlich vermittelten Rollenmustern. Für jungen Frauen ist hier anscheinend nur eine geringe Anzahl an Alternativen vorgesehen. Weit über 50 Prozent aller Mädchen wählten einen der zehn von Frauen am stärksten besetzten Ausbildungsberufe. Im Saarland waren es sogar fast 60 Prozent. Unter diesen Berufen befindet sich kein einziger gewerblich-technischer Beruf. Stattdessen werden die ‚klassischen Frauenberufe‘ gewählt: Verkäuferin, Bürokauffrau, medizinischen Fachangestellten, Kauffrau im Einzelhandel oder Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk. Das bedeutet, dass die jungen Frauen überwiegend im Niedriglohnsektor ausgebildet werden. Besonders schlimm sieht es im saarländischen Friseurhandwerk aus: Die überwiegend jungen Frauen verdienen dort im ersten Lehrjahr gerade einmal 327,00 Euro – die Vergütung liegt damit sogar unter den Hartz-IV-Leistungen!“
„Die Bundesregierung muss hier stärker handeln. Sie muss erkennen, dass Initiativen wie der Girls-Day und die MINT-Tage nicht ausreichen um das Berufswahlverhalten junger Frauen zu verändern. Zudem müssen ‚Typische Frauenberufe‘ systematisch aufgewertet werden. Eine Mindestausbildungsvergütung und ein Recht auf unbefristete Übernahme nach der Ausbildung würden insbesondere jungen Frauen zugutekommen“, so die 28-jährige Saarländerin abschießend.