Hebammenvergütung: Storch auf einem Bein
Der Schiedsspruch wird den Hebammen nicht gerecht
DIE LINKE begrüßt die überfällige Erhöhung der Hebammenvergütung. Der Schiedsspruch vom vergangenen Freitag wird allerdings nicht als ausreichend beurteilt. Mit 8,48 € bleibt der Stundenlohn einer Hebamme lächerlich gering. Und das ist nicht das einzige ungelöste Problem.
Ingrid Remmers, Obfrau im Petitionsausschuss für DIE LINKE: „Für eine Weile kann ein Storch auf einem Bein stehen. Über kurz oder lang braucht aber auch der passionierteste Kinderbringer beide Beine.“
In einem Schiedsspruch war den Hebammen eine Erhöhung von durchschnittlich 13% zugestanden worden. Diese hatten 30% gefordert. Nun liegt der durchschnittliche Hebammenverdienst weiterhin unter dem von der LINKEN vertretenen Mindestlohn von 10 €.
Remmers weiter: „Es ist beschämend, mit welchen Beträgen diejenigen abgespeist werden, die unseren Kindern auf die Welt helfen. Die Arbeit der Hebammen sollte uns mehr wert sein. Zudem benötigen wir eine unbürokratische Regelung für den Ausgleich steigender Haftpflichtprämien und endlich eine belastbare Untersuchung zu Bedarf und Angebot von Hebammenhilfe.“
Vor fast drei Jahren waren die Berufshaftpflichtbeiträge für freiberufliche Hebammen explodiert. Dagegen reichte der Deutsche Hebammenverband eine Petition beim Deutschen Bundestag ein. Eine Rekordzahl von Unterzeichnenden befürwortete die Forderung nach angemessener Bezahlung von Hebammen und wohnortnaher Versorgung. DIE LINKE hat den Protest der Hebammen von Anfang an begleitet und unterstützt.