Frauen bekommen nicht halb so viel Altersrente wie Männer
Von Reinhold Schramm
»Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen wird im Alter zur riesigen Kluft: Im Schnitt erhält eine Rentnerin in Deutschland 57 Prozent weniger als ein Rentner. Eine Studie zeigt die Gründe. {...} Die volle Wucht der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zeigt sich jedoch erst nach dem Berufsleben – bei der Rente. Das belegt ein Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung« Vgl.*
Kommentar
Meine Mutter bekam nach 33 Vollzeitarbeitsjahren und drei Kindern, ohne die Anrechnung von Erziehungsjahren, so etwas hat es damals noch nicht gegeben, nur eine eigenständige Alters- und Armutsrente unterhalb dem Niveau der Sozialhilfe. Im Gegensatz zu Frauen in Ostdeutschland, verfügen Frauen in Westdeutschland im Durchschnitt über eine geringere gesetzliche Altersrente, dabei noch deutlich unterhalb dem geringen Niveau der gesetzlichen Grundsicherung. In allen westdeutschen Bundesländern liegt die gesetzliche Altersrente für Frauen im Durchschnitt deutlich unterhalb der Sozialhilfe, – der sog. Gesetzlichen Grundsicherung, die in Wahrheit keine Lebenssicherung im Alter ist. Frauen in Westdeutschland erreichen durchschnittlich nur 30 Erwerbslebensjahre, in Ostdeutschland (noch) um 38/39 Jahre. Für eine eigenständige Altersrente auf dem Niveau der Grundsicherung bedarf es heute einen durchschnittlichen monatlichen Bruttoarbeitslohn von 2.500 Euro, über einen geschlossenen Erwerbszeitraum -meistens in Vollzeitarbeit- von 35 Jahren. Dieser monatliche Bruttoarbeitslohn entspricht heute einem Stundenlohn von mindestens 15 Euro. Frauen sind heute vor allem Geringverdiener. Bei einem Mindestlohn von 10 Euro-Std., müssten sie -ohne Ausfallzeiten- mehr als 50 Lebensjahre in Vollzeitarbeit berufstätig sein, um ein gesetzliches Rentenniveau in Höhe der Sozialhilfe zu erreichen. Vgl.*
* Vgl. SPON-Forum: Wirtschaft. Rente: Frauen bekommen nicht mal halb so viel wie Männer.
www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/rentenkluft-frauen-bekommen-57-prozent-weniger-geld-alsmaenner-a-1082366.html
WSI-Report Nr. 29, 2/2016: Große Rentenlücke zwischen Männern und Frauen. Ergebniss aus dem WSI GenderDatenPortal. Von Christina Klenner, Peter Sopp, Alexandra Wagner. // Der Bericht behandelt die Genderunterschiede beim Leistungsbezug in der Gesetzlichen Rentenversicherung.
www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_29_2016.pdf
17.03.2016, Reinhold Schramm