DIE LINKE Stadtratsfraktion Saarbrücken fordert Chancengleichheit für alle Frauen
Von Linksfraktion Saarbrücken
Angesichts der jüngsten Bertelsmannstudie, wonach lediglich 45,2 Prozent der Frauen im Regionalverband einer tariflich entlohnten Beschäftigung nachgehen, stellen Claudia Kohde-Kilsch, Vorsitzende der Linksfraktion im Saarbrücker Stadtrat und Patricia Schumann, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion fest:
„Das Saarland und der Regionalverband fallen hier deutlich hinter den Bundesdurchschnitt zurück. Für uns ist das keine Überraschung. Wir haben schon mehrfach auf die besondere Situation unserer Region hingewiesen. Das Land hat bisher geschlafen; es werden nicht die Ursachen für die zu Tage tretenden Missstände bekämpft.“
Die Beschäftigungsquote bei Frauen sei ein Symptom für einen gesellschaftlichen Zustand im Regionalverband, der mehrere Ursachen habe. Neben der nach wie vor bestehenden Unvereinbarkeit von Familie und Beruf, unter anderem infolge einer mangelhaften Kinderbetreuungssituation und neben dem immer noch gesellschaftlich hofierten klassischen Rollenbild, wonach der Mann arbeite und die Frau sich versorgen lasse, sei vor allem auch die Armut ein Hauptgrund für die Misere.
„Insbesondere alleinerziehende Mütter sind darauf angewiesen“, so Schumann weiter, „eine Arbeit zu finden, die sich mit ihren Verpflichtungen als Mutter und Haushaltsvorstand vereinbaren lässt. Oftmals finden sich in dieser Sparte aber nur schlecht bezahlte Minijobs, die auch noch hart umkämpft sind. Das ist ein Grund, warum sehr viele Alleinerziehenden mit Hartz-IV aufstocken müssen; aber auch Vollzeitjobs reichen oft nicht für den Lebensunterhalt aus. Und eine erhebliche Anzahl alleinerziehender Frauen muss sogar vollständig von Hartz-IV leben, weil keine passende Arbeit verfügbar ist. Wir fordern gezielte Programme von Land und Bund gerade für diese Betroffenen. Es muss in unserer Gesellschaft doch möglich sein, gleichzeitig für seinen Lebensunterhalt – und den der Familie – zu sorgen und sich trotzdem um Kinder zu kümmern.“
Kohde-Kilsch ergänzt: „Für Frauen mit entsprechendem Bildungs- und Wohlstandshintergrund besteht heutzutage eher Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Unter solchen Voraussetzungen lässt sich eine Karriere planen. Für bildungs- und wohlstandsferne Frauen bleibt häufig aber nur der Vollzeitjob, der erst mit Hartz-IV-Aufstockung für die Familie auskömmlich ist. Deshalb ist es auch so wichtig, dass gerade diese Frauen sich auf eine qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung und ein warmes Mittagessen für ihre Kinder verlassen können. Wenn wir diese Frauen und ihre Kinder weiterhin im Stich lassen, verlieren wir wertvolles Potential für die Zukunft unserer Gesellschaft. Darüber hinaus müssen wir alle endgültig einmal anerkennen, dass Kindererziehung keine ‚reine Frauensache’ ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“