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Ägypten

von Reinhold Schramm

„Wenn man ein Problem verleugnet und nicht zugibt, dass es existiert, kann man es nicht lösen“

»Regelmäßig umringen Männergruppen auf dem Tahrirplatz Frauen und vergewaltigen sie. Freiwillige organisieren sich nun um die Überfallenen zu befreien. {...}« (Vgl. Tageszeitung)

Unvollständige Überlegungen und Anmerkungen zur fehlenden Befreiungs- und Emanzipationsbewegung.

Ein wesentliches Ziel der arabisch-afrikanischen Bewegung ist vor allem der Waren-Konsum, wie in der sogenannten „Wohlstandsgesellschaft“ bzw. „Marktwirtschaft“. Analog wie in den entwickelten kapitalistischen und imperialistischen Staatenbündnissen, Ländern und Regionen.

Es geht der aktuellen (westlichen) Bewegung nicht um die antiimperialistische Sicherung der vorhandenen nationalen Rohstoffe und auch noch nicht um eine antiimperialistische Ausrichtung der Gesamtgesellschaft. [Anmerkung: Die vor allem männlichen ‘Revolutionäre’, die keine Revolutionäre sind, fordern „Hilfe“ von den imperialistischen Staaten und modernen Ausbeutungsgesellschaften!] -

Auf dieser falschen sozial-ökonomischen und (auch fehlenden) gesellschaftspolitischen Grundlage, gibt es auch keinen Schutz für Frauen und keine (nachhaltige) Emanzipation der Gesamtgesellschaft!

Es gibt zur Zeit keine sozial-revolutionär organisierte Bewegung der Werktätigen, der emanzipatorischen Frauen und Männer. Es gibt keine organisierte (revolutionäre) Arbeiterbewegung in den arabisch-afrikanischen Ländern und Regionen.

Es geht den zumeist klein-bürgerlichen Akteuren und (westlichen) Wortführern, um die jeweilige Herrschaft und Teilhabe am (westlichen) Konsum und Lebensstandard. Für eine wohlhabende (weibliche) Minderheit auch um die Überwindung patriarchalisch-feudalistischer Familien- und Gesellschaftsstrukturen. Dabei aber nicht um den persönlichen Verzicht auf die vorhandenen sozial-ökonomischen Vorteile, wie im sozialen Vergleich mit der großen Bevölkerungsmehrheit. Ihnen geht es auch nicht um die Auflösung (sozial-ökonomisch) privilegierter Familienbande (- deren Auflösung im Interesse der Bevölkerungsmehrheit).

Eine traditionell feudal-religiöse und manipulierte Bevölkerungsmehrheit bleibt noch passiv und stellt nicht die Gleichstellungs- und Eigentumsfrage. Sie möchten in ihrer Mehrheit den (medialen) westlichen Wohlstand, aber noch nicht die Überwindung seiner Existenzgrundlagen (Überwindung von Raub und Ausbeutung).

Den westlichen NATO-Initiatoren der „arabischen Revolution“ [ - die noch keine fundamental „soziale Revolution“ ist] geht es um den geopolitisch-militärischen, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Zugriff auf die arabisch-afrikanischen Regionen (um Rohstoffinteressen und inhaltliche Gestaltung). -

Den Wirtschafts- und Nato-Bündnisstaaten geht es nicht um die „Freiheit“ und „Demokratie“, auch nicht um „Frauenrechte“ (den Schutz der Frauen und Kinder vor Vergewaltigung) und auch nicht um „Emanzipation“. Auch diesem NATO-Bündnis geht es um die geopolitische und ökonomische Vorherrschaft, vor allem über die arabisch-afrikanischen Rohstoffregionen!

Vgl.: Aktionstag gegen Gewalt an Frauen: Die dunkle Seite des Tahrir - taz.de, 14.02.2013
www.taz.de/Aktionstag-gegen-Gewalt-an-Frauen/!110947

Info.-Empfehlung

Die Fremde, Kultur und Kino auf ARTE.de. Spielfilm, Deutschland, Türkei, 2009, WDR - Die Fremde, Dienstag 19. Februar 2013 um 01.05 Uhr
www.arte.tv/de/die-fremde/7289808,CmC=7290010.html