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Rund 200 Teilnehmer:innen beim heutigen Aktionstag im niedersächsischen Aurich gegen grausame Lebendtiertransporte

Von Vier Pfoten

Demonstrationszug, Redebeiträge und Menschenkette / Jährlich Hunderte Tiertransporte aus Aurich Richtung Drittstaaten / Deutschland muss sich gegen Tiertransporte stark machen

VIER PFOTEN demonstriert am heutigen Samstag als Teil des Aktionsbündnisses „Tiertransporte sofort stoppen!“ im niedersächsischen Aurich und setzt ein Zeichen gegen grausame Tiertransporte. Vor Ort sind heute rund 200 Teilnehmer:innen. Initiatorin ist die Gruppe „Ostfriesen gegen Tierleid“. Der Demonstrationszug zieht mit Trommeln, Schildern, Bannern, Trillerpfeifen und Megafonen durch die Innenstadt. Von der Auricher Tiersammelstelle VOST gehen jährlich Hunderte Lebendtiertransporte in andere EU-Länder und Drittstaaten. Neben der Demonstration gibt es auch Redebeiträge und eine Menschenkette.

„Sie rollen und rollen und rollen unaufhaltsam Richtung Tierleid und Tod: Doch trotz jahrzehntelanger Proteste von Tierschützerinnen und Tierschützern werden noch immer täglich Tausende lebende Tiere grenzüberschreitend innerhalb der EU sowie aus der EU in Drittstaaten transportiert. Deutschland hat einen großen Anteil an dieser Industrie. Unangefochtener Spitzenreiter bei den Lebendtiertransporten ist hierzulande Niedersachsen: Allein 2022 exportierte Niedersachsen noch rund 7.500 Rinder nach Ägypten und Marokko. Das sind 87% der deutschen Lebendtierexporte in Drittländer. Der Landkreis Aurich spielt eine besonders unrühmliche Rolle. Denn insbesondere Aurich hat in den vergangenen Jahren immer wieder tierschutzkritische Transporte zugelassen. Die Tiere leiden auf den Transporten an Stress durch Hunger, Durst, Enge und Verletzungen. Langstreckentransporte, Transporte von nicht abgesetzten Jungtieren, die noch auf Milchnahrung angewiesen sind und Schiffstransporte sind besonders grausam. Nur wenige Transporte werden überprüft und außerhalb der EU gibt es überhaupt keine Kontrollen mehr. Dabei sind tierschutzrechtliche Verstöße an der Tagesordnung. Trotz vielfacher Belege, dass die Bedingungen für Tiere unhaltbar sind, werden noch immer grausame Tiertransporte von deutschen Behörden genehmigt.

Es ist Aufgabe der Politik, das Wohl der Tiere endlich über den Profit zu stellen und grausame Tiertransporte zu stoppen. Wir fordern als ersten Schritt ein nationales Verbot von Langstreckentransporten und Transporten lebender Tiere in Drittländer. Mehrere Rechtsgutachten belegen, dass ein nationales Drittlandexportverbot möglich ist, darunter eines vom Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat selber im Rat für Landwirtschaft und Fischerei (Agrifish) deutliche Verbesserungen für Tiertransporte gefordert. Jetzt muss Deutschland mit einem nationalen Verbot vorangehen und zeigen, dass diese Verbesserungen in Deutschland umsetzbar und gewollt sind. Nur wenn einzelne Mitgliedstaaten bereits ein Drittlandexportverbot umsetzen, wird auch ein Verbot auf EU-Ebene wahrscheinlicher. Die Bundesregierung muss sich parallel dazu auf EU-Ebene weiter für ein EU-weites Verbot dieser Transporte einsetzen. Die Stimme Deutschlands hat hier ein starkes Gewicht und wird bei der bevorstehenden Revision der EU-Transportverordnung von großer Bedeutung sein“, sagt Ina Müller-Arnke, Expertin für Tiere in der Landwirtschaft bei VIER PFOTEN.