Protestmarsch am FDP-Parteitag - Wir haben die Technologie und die Fachkräfte, jetzt ist die Politik am Zug
Von Letzte Generation
Am Frankfurter Tor startet heute erneut ein Protestmarsch mit der Forderung, einen Gesellschaftsrat einzuberufen, in dem einfache Leute erarbeiten sollen, wie die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen gestoppt werden kann.
Die Protestierenden ziehen jetzt gemeinsam langsam Richtung Brandenburger Tor.
Mittendrin Shirley Zwinzscher aus Hamburg. Eine Frau, wie sie eigentlich zum Kernklientel der FDP gehören sollte. Als Ingenieurin für erneuerbare Energien hat sie ihren Einsatz für ein energetisch unabhängiges und nachhaltiges Deutschland zu ihrem Beruf gemacht. Doch warum protestiert die 35-jährige heute auf der Straße, statt gerade in einem Büro die Energiewende voranzutreiben?
Zwinzscher erzählt aus ihrer Studienzeit: „2012 wurde durch eine Regierung aus FDP und CDU/CSU die Förderung für Solaranlagen stark beschnitten. Einige Jahre später auch die Windkraft. Ich habe damals miterlebt, wie viele meiner Mitstudierenden den Studiengang gewechselt haben, weil sie die Sorge hatten, keinen Job mehr in den Erneuerbaren zu finden. Ich bin dabei geblieben, weil ich darauf gehofft habe, dass die Politik ihren Fehler korrigieren wird. Vergeblich.“
„Dabei haben wir, was wir brauchen: Wir haben die Technologie, wir haben die Fachkräfte, wir haben die Forschung und wir haben das Geld. Wir könnten es schaffen. Wir können die Nutzung fossiler Brennstoffe bis 2030 überwinden, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Wir können so viele sinnlose Tode verhindern, wenn wir jetzt handeln!“, erklärt Zwinzscher ihren Appell an die Bundesregierung, während sie in Warnweste langsam die dreispurige Karl-Marx-Allee entlangläuft.
Die FDP sieht sich als eine Partei der Freiheit, doch führt ihre Politik wirklich dazu, dass die Freiheiten der Allgemeinheit geschützt werden? Wenn die Klimakrise weiter eskaliert, werden die kleinen Leute Stück für Stück alle ihre Freiheiten verlieren.
Kein Klimaschutz ist also die schlechteste Möglichkeit. Trotzdem blockiert die FDP Klimaschutz auf Bundes- und EU-Ebene.
Deswegen tragen, neben der Letzten Generation am FDP-Parteitag, weitere zivilgesellschaftliche Organisationen ihren Protest nach Berlin, wie z. B. die Grandparents for Future und Fridays for Future. [1] [2]
Laut Grandparents for Future missachtet die FDP wissentlich und vorsätzlich internationale Abkommen, das Grundgesetz, das eigene Klimaschutzgesetz und Urteile des Bundesverfassungsgerichts.
[1] Klimaschützen ist kein Verbrechen - Parents for Future
[2] Die Grandparents for Future verurteilen die steigende Kriminalisierung der Klimabewegung