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Pipelines auf Rügen besetzt – Protest gegen geplantes LNG-Megaprojekt

Von Ende Gelände

Das Bündnis Ende Gelände hat am Montagmorgen im Hafen Mukran auf Rügen Pipelines für den Anschluss an das geplante LNG-Terminal besetzt. Die Aktivist*innen protestieren gegen das von der Bundesregierung geplante LNG-Großprojekt. Seit Wochen gibt es Widerstand gegen das umstrittene fossile Projekt und die damit einhergehende Klima- und Umweltzerstörung. Sophie Kowalczyk, Pressesprecherin von Ende Gelände, erklärt zur Aktion: "Gegen den Willen der Bevölkerung werden hier Konzerninteressen durchgesetzt und dabei die wertvolle Natur rund um Rügen zerstört. Unternehmen wie RWE, Regas, oder Stena machen Milliardengewinne durch koloniale Ausbeutung und befeuern die Klimakrise. Deshalb nehmen wir den Gasstopp selbst in die Hand."

Selbst eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klima in Auftrag gegebene Studie des Energiewirtschaftlichen Institut Köln (EWI) kommt zu dem Schluss, dass die geplanten Terminals nicht benötigt werden und enorme Überkapazitäten produziert würden. Pressesprecherin Sophie Kowalczyk dazu: "Während in Pakistan oder auch Frankreich Menschen schon für Trinkwasser anstehen müssen und auch 2023 schon unzählige Katastrophen wie Waldbrände auftreten, belügen uns die Konzerne und die Bundesregierung mit dem Märchen um Energiesicherheit. Dabei sind sie es, die mit ihrer privatisierten Energiewirtschaft die Preise in unbezahlbare Höhe treiben, unseren Planeten zerstören und uns allen die Kosten aufdrücken. Wir stehen für eine dezentrale, vergesellschaftete und erneuerbare Energieversorgung, die wir alle kontrollieren und nicht profitgetriebene Konzerne."

Derzeit konkurrieren die Konzerne RWE, Regas und Stena um die Errichtung eines Import-Terminals in Mukran oder Offshore vor der Küste Rügens. Lokale Bürger*inneninitiativen haben in den letzten Wochen verstärkt gegen die Baupläne protestiert. Am Montagmorgen ist zudem eine Kundgebung vor dem Kanzleramt in Berlin angemeldet. Dort wird die Petition gegen die Aufnahme des Rügen-Standorts in das LNG- Beschleunigungsgesetz angehört. Für Ende Mai haben Aktivist*innen außerdem zu einem Protestcamp auf Rügen aufgerufen.