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Märchenbrunnen schwarz gefärbt - Aktueller Regierungskurs: Tödliches Erdöl statt Wasser

Von Letzte Generation

Statt fröhlich plätscherndem, glasklarem Wasser sprudelt nun schwarze Farbe aus einem von Berlins schönsten und zentralsten Brunnen. Am Nachmittag stiegen Unterstützer:innen der Letzten Generation in das Becken des Märchenbrunnens in Berlin Friedrichshain und färbten das Wasser mit schwarzem Pulver ein. Im Anschluss überschütteten sich einige von ihnen mit zähem, schwarzem Leim, der klebriges Erdöl symbolisieren soll. Um sie herum stehen Menschen mit Plakaten. Die Aufschriften: “Märchenhafte Gewinne mit tödlichem Erdöl” und “Tödliches Erdöl statt Wasser” unterstreichen den Horror, in den der aktuelle Regierungskurs die Gesellschaft führt.

Auch die zweifache Mutter Judith Beadle steht im kalten schwarzen Wasser, während ihr das dickflüssige “Erdöl” an Kopf und Körper herabfließt. Im Vorfeld erklärt sie: “Die Welt unserer Kinder wird in Öl getränkt und statt einzuschreiten, akzeptieren wir Legenden von rettender Innovation und Anpassung an lebensfeindliche Bedingungen. Die Öllobby erzählt uns tödliche Märchen und die Regierung schützt lieber die Profite der Wenigen statt unsere Lebensgrundlagen. Wir machen dieses Unrecht heute sichtbar.”

Zudem verweist sie auf die extreme soziale Ungleichheit, die es bei der Verursachung und den Auswirkungen durch die Klimakrise gibt:  "Gerade diejenigen, die den Klimakollaps durch fossile Investitionen befeuern, spüren die Folgen am geringsten. Während die Reichen es sich weiterhin leisten können, ihre beheizten Pools zu füllen, dürfen meine Kinder im Hochsommer unser Gemüsebeet nicht mehr gießen. Und während es bei uns noch um Wasserrationierung geht, kommt in einigen französischen Orten bereits kein Tropfen mehr aus dem Hahn. Die Krise eskaliert vor unseren Augen zur Katastrophe und einige wenige bereichern sich daran.”

Aus Protest gegen diese durch die Regierung nicht nur gebilligte, sondern sogar verschärfte Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen ist heute auch wieder ein langsam schreitender Protestmarsch durch Berlin gezogen, so wie auch schon an den vergangenen drei Tagen. Die protestierenden Menschen wollen nicht hinnehmen, dass die Regierung weiterhin weitgehend tatenlos bleibt, obwohl sie selbst die Verfassung zum Handeln verpflichtet. 

Sprecher Theodor Schnarr zu den heutigen Protesten: “Die heutigen Proteste legen den Finger in die Wunde, die so noch völlig ignoriert wird: Wenn wir nicht unsere Abhängigkeit vom Erdöl beenden, wird unser Wasser immer knapper. Gleichzeitig steigt unser Wasserbedarf, weil es immer heißer wird. Wenn wir als Gesellschaft überleben wollen, müssen wir es schaffen, aus diesem Teufelskreis auszusteigen. Ein Gesellschaftsrat ist hier das Mittel der Wahl, wenn es darum geht, die Bevölkerung in schwierige gesellschaftliche Entscheidungen mit einzubeziehen. Mit welchem Argument möchte die Regierung dieses Mehr an Demokratie jetzt eigentlich verhindern?”