Demonstration vor dem Brandenburger Tor - Den Wunsch nach Veränderung teilt die breite Mehrheit der Gesellschaft
Von Letzte Generation
Aus ganz Deutschland sind sie heute zusammengekommen aus unterschiedlichsten Regionen, Berufsgruppen und Gesellschaftsschichten. Zusammen stehen die Unterstützerinnen und Unterstützer der Letzten Generation vor dem Brandenburger Tor für eine friedliche und lebenswerte Zukunft.
Auf der Demonstration, die unter dem Motto „Klimakollaps verhindern, Grundrechte schützen“ steht, fordern all diese Menschen die Bundesregierung dazu auf, auf den Boden unserer Verfassung zurückzukehren und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zu bewahren.
Zu den Sprecher:innen heute zählen Susanne Koch, Ärztin an der Charité, Volker Lösch, Theaterregisseur und Johannes Wagner, Abgeordneter zum Bundestag der Grünen.
Susanne Koch äußert sich heute zur Klimakrise: „Die deutsche Regierung muss jetzt dringend Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, um den Schaden zu begrenzen. Die Klimakrise ist laut Weltgesundheitsorganisation die größte Bedrohung für die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert. Die Verantwortlichen müssen endlich handeln.“ [1]
„Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir müssen nicht die Gletscher retten. Wir müssen auch nicht die Eisbären retten, nicht einmal die Erde. Wir müssen uns retten; denn die Klimakrise ist die größte Bedrohung für die menschliche Gesundheit in diesem Jahrhundert.“, appellierte Johannes Wagner in einer Rede im Bundestag. [2]
Viele zivilgesellschaftliche Organisationen sind heute ebenfalls gekommen, um ihre Solidarität und ihren Willen zum Ausdruck zu bringen, die Regierung zum Aufbruch zu bewegen. Mit dabei waren die Teachers for Future, Omas for Future, Extinction Rebellion, End Fossil – Occupy! und viele mehr.
Zudem mahnten in den letzten Wochen und Monaten immer mehr Petitionen und Briefe, die Bundesregierung zum Handeln:
In der Petition „Unsere Generation – unser Job“ fordern Menschen aus allen Ebenen und Regionen Deutschlands die Ausarbeitung und Umsetzung eines sozial gerechten Wegs aus der Klimakatastrophe. Zehntausende haben unterschrieben. Von Kirche zu Linken, von CSU bis zu Umweltverbänden, CEOs, Journalismus und Kultur sind alle vertreten. [3]
Prominente Unterzeichner:innen sind bis jetzt von der FDP Prof. Dr. Eicke R. Weber, aus der CSU Dr. Frank Anton und Christina Nick, aus der Partei die Linke: Harald Wolf, Bundesschatzmeister, Lorenz Gösta Beutin, stellvertretender Parteivorsitz der CDU Ulrich Burchhardt, Peter Altmaier, Norbert Röttgen; aus der SPD Klaus Mindrup, Narin Aytan, und von den Grünen Katja Dörner, Belit Onay, Uwe Schneidewind.
Auch der stellvertretende Chefredakteur von T-Online, Peter Schink, Unternehmensberaterin Elena Keilmann und CEO Felix Rodenjohann haben unterzeichnet.[3]
Zudem forderten zuletzt über 1000 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, dass über die Fakten unserer Realität gesprochen wird. Denn wir müssen endlich eine konstruktive Sachebene erreichen und über wirksame Maßnahmen aufklären, statt in den Medien emotionale Debatten über die Art des Protestes zu führen.[4]
Der Forderung nach mehr Sachlichkeit schließt sich auch der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein an. Er zeigte sich schockiert über den aggressiven Umgang mit engagierten Menschen. Denn, so fährt er fort: „Es könnten meine Kinder sein, es könnten ihre Kinder sein. Sie verstehen nicht, dass sich nichts ändert.“ [5],[6]
So wie wir heute zusammenkommen, müssen wir auch politisch zusammenkommen. Ein Gesellschaftsrat bietet dafür den idealen Austauschraum. Dort kommt ein Deutschland in klein zusammen – ein repräsentatives Gremium aus allen Schichten, das in Beratung durch Experten erarbeitet, wie wir bis 2030 frei von fossiler Energie werden.
Wir als Gesellschaft halten zusammen und wehren uns dagegen, uns abzuschreiben.
Diesen Ansatz unterstützte auch Wolfgang Schäuble schon 2019: „Um unsere parlamentarische Demokratie zukunftsfähig zu machen, brauchen wir neue Formen. Und deswegen rate ich den Fraktionen und Abgeordneten des Bundestages dringend, dass wir das [einen Bürger:innenrat/Gesellschaftsrat] umsetzen.“ [7]
[1] Kraftvoller Wissenschaftsprotest in Berlin
[2] Rede von Johannes Wagner: Nachhaltigkeit und Klima
[3] »Wir gehören zur letzten Generation, die aufhalten kann, was uns droht«
[4] Handeln statt Kriminalisieren
[5] Berliner Bischof ruft zum Dialog mit "Letzter Generation" auf
[6] Bischof Stäblein ruft zu Dialog mit Klimaschutzaktivisten auf
[7] Der Rat der Bürger