Agrarministerkonferenz: Abbau der Tierbestände einleiten
Von Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Anlässlich der am 5. Mai beginnenden Sonder-Agrarministerkonferenz hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und die Landwirtschaftsminister:innen der Länder dazu aufgefordert, im Rahmen des Umbaus der Tierhaltung auch den notwendigen Abbau der Tierbestände einzuleiten. Dafür stellt der Verband einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für eine pflanzenbasierte Produktion und Ernährung vor.
Die Sonder-Agrarministerkonferenz Ende der Woche beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Gesetzentwurf für eine Tierhaltungskennzeichnung. Aus Sicht des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte muss dieser Anlass genutzt werden, um den Abbau der Tierbestände einzuleiten: "In Deutschland werden derzeit 60 Prozent und weltweit 80 Prozent der Kulturflächen genutzt, um Tierfutter herzustellen. Mit einer pflanzenbasierten Ernährung könnten dreimal so viel Nahrungsmittel erzeugt werden. Ein Abbau der Tierzahlen und eine Ernährungsumstellung auf eine pflanzenbasierte Kost würde außerdem große Landflächen für den ökologischen Landbau sowie für notwendige Klima- und Artenschutzmaßnahmen freimachen", sagt Dr. Dr. Stefanie Schindler, Fachreferentin beim Bundesverband.
Wissenschaftler:innen fordern Ernährungsumstellung
Zu diesem Ergebnis kommt auch die aktuelle Studie "Overcoming the coupled climate and biodiversity crises and their societal impacts", an der das Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung beteiligt war (1). Nach dieser ist der menschengemachte Klimawandel einer der Hauptauslöser für den Verlust von Biodiversität. Die Wissenschaftler:innen fordern deswegen einen ganzheitlichen Ansatz, der Maßnahmen für Umwelt-, Klima- und Artenschutz umfasst, unter anderem eine Ernährungsumstellung auf eine fleischarme und pflanzenreiche Kost.
Nötig: Anreize für Abbau der Tierbestände
"Im Rahmen eines tragfähigen Gesamtkonzeptes zum Umbau der Tierhaltung müssen den Tierhalter:innen dringend Anreize geboten werden, die sie zum Abbau ihrer Tierbestände und zum Umstieg auf zukunftsfähige Geschäftsmodelle wie die Produktion pflanzlicher Eiweißträger ermutigen. Dazu brauchen wir Ausstiegsprogramme, Förderungen und unabhängige Beratungsmöglichkeiten", fordert Schindler.
Maßnahmen für Agrar- und Ernährungswende
Um der Politik konkrete Maßnahmen an die Hand zu geben, hat der Tierrechtsverband Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und den Landwirtschaftsminister:innen seine Maßnahmen für eine Agrar- und Ernährungswende zugeleitet. Darin fordert er neben einer breit angelegten Informations- und Bildungskampagne für eine pflanzenbasierte Ernährung die Abschaffung der Mehrwertsteuer für pflanzliche Nahrungsmittel sowie eine zusätzliche Abgabe für tierische Produkte. Außerdem setzt sich der Verband für eine drastische Reduzierung des Fleischkonsums und der Tierbestände sowie für Ausstiegsprämien für Landwirt:innen ein, die aus der Tierhaltung aussteigen. Mit der Website www.ausstieg-tierhaltung.de zeigt der Verband Landwirt:innen zukunftsfähige und wirtschaftliche Einkommensquellen jenseits der Tierhaltung auf.
(1) Overcoming the coupled climate and biodiversity crises and their societal impacts