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Infoaktion „Stopp Braunkohle“ – für einen sozialverträglichen Kohleausstieg

Von GewerkschafterInnen für Klimaschutz

Gewerkschaftsmitglieder laden zum Dialog ein

Am Samstagvormittag auf dem belebten Marktplatz in der Grevenbroicher Fußgängerzone schlägt die Initiative „Gewerkschafter*innen für Klimaschutz“ ihren Infostand auf. Mit ihrem Banner „Stopp Braunkohle“, bunten Plakaten und Flugblättern ziehen sie bald die Blicke auf sich und kommen mit den vom Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier direkt betroffenen Menschen ins Gespräch. Am Montag, dem 21.08.2017 um 10.00 Uhr laden sie zu einem Workshop über die Studie der Gewerkschaft ver.di über einen sozialverträglichen Kohleausstieg auf das bevorstehende Klimacamp nahe Erkelenz ein. Ziel ist, einen offenen und wertschätzenden Austausch zwischen Beschäftigten in den RWE-Kraftwerken und Tagebauen und den Klimaschützer*innen zu ermöglichen.

Auf dem Platz mischen sich die Aktiven unter die Menschen, die zum Einkaufen,
Bummeln und Verweilen nach Grevenbroich gekommen sind. „Ganz anders als in
den Großstädten Köln und Düsseldorf, ist der Grevenbroicher Marktplatz ein Ort der Begegnung. Die Menschen stehen zusammen und sind offen für einen Austausch“, sagt Gaby von den Gewerkschafter*innen, lange Jahre Metallerin in einem Großkonzern. Schnell wird deutlich, wie sehr das Thema Kohleausstieg und die Aktionen rund um das Klimacamp die Gemüter in der Region erhitzen. Während einige Passanten auf den Infostand und die Ansprache ablehnend und aufgebracht reagieren, zeigen sich andere diskussionsbereit, sogar Menschen, die selbst beziehungsweise deren Angehörige bei RWE beschäftigt sind. Wieder andere stehen dem Ausstieg aus der Braunkohle wohlwollend gegenüber und nehmen interessiert die Flugblätter an.

„Wir haben erlebt, wie groß das Bedürfnis nach Austausch bei den Menschen im
Revier ist“, ergänzt Beatrix, die selbst 40 Jahre in einem Pharmakonzern gearbeitet und als Betriebsrätin Belegschaftsinteressen vertreten hat. „Das zeigt, wie notwendig es ist, dass die Sicht der Beschäftigten und Anwohner beim Strukturwandel von der Politik und der Klimabewegung ernst genommen wird. Sie dürfen nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden und die Zeche zahlen, sondern brauchen die Möglichkeit, die Zukunft ihrer Region nach dem Ende der Braunkohle aktiv mitzugestalten.“

Dabei spricht sich die Initiative klar gegen den Kurs der Gewerkschaft IG BCE aus, die an einer zerstörerischen Industrie festhalten, ungeachtet der Tatsache, dass die Überhitzung des Klimas immer weiter fortschreitet und die deutschen
Klimaschutzziele von Paris bei einer Fortsetzung der Braunkohleverstromung
unerreichbar sind. Während der RWE-Konzern vom Kohleabbau profitiert, verlieren Menschen für die Tagebaue ihr Zuhause und gefährden ihre Gesundheit.