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Hohes Arbeitslosigkeitsrisiko für Geringqualifizierte - DGB-Düsseldorf fordert mehr Prävention durch regionale Qualifizierungsoffensive

Von DGB Düsseldorf

Im Jahr 2016 lag die Arbeitslosenquote in Düsseldorf bei 7,8 %. Doch die Risiken, von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, sind je nach Bildungsstand sehr ungleich verteilt. Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind An- und Ungelernte. Sie haben ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden, als Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium. Konkret bedeutet dies: Für Menschen mit abgeschlossener betrieblicher oder schulischer Berufsausbildung betrug die Arbeitslosenquote 4,9 % und für Akademiker sogar nur 3,6 %, während sie bei Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung bei 22,1 % lag.

Besonders hoch ist das Risiko für Geringqualifizierte, von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen zu sein. In Düsseldorf liegt der Anteil an Langzeitarbeitslosen bei Menschen ohne Berufsausbildung bei 45,3 %. Der Anteil der Ungelernten an allen Arbeitslosen liegt bei 56,1 %.

Zum Vergleich: Bei Menschen mit einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung liegt der Anteilswert an verfestigter Arbeitslosigkeit bei 38,4 %. Der Anteil dieser Gruppe an allen Arbeitslosen liegt bei 31,2 %.

Insgesamt schützt eine abgeschlossene Berufsausbildung vor Arbeitslosigkeit. Das Risiko, aus Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist bei Fachkräften mit einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung mit 0,6 % unterdurchschnittlich. Hingegen ist die Wahrscheinlichkeit, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, bei dieser Gruppe mit einer Abgangsrate von 7,8 % mehr als doppelt so hoch wie bei Arbeitslosen ohne Berufsabschluss.

Damit sich Arbeitslosigkeit nicht verfestigt, ist es wichtig, jetzt zu handeln, um Langzeitarbeitslosigkeit möglichst gar nicht erst aufkommen zu lassen. Sigrid Wolf, Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Düsseldorf, fordert: „Wir brauchen eine regionale Qualifizierungsoffensive. Bei der guten konjunkturellen Lage ist in der Arbeitslosenversicherung derzeit genügend Geld vorhanden, um die verfügbaren Instrumente für berufliche Bildung und abschlussbezogene Weiterbildung zu nutzen. Jetzt kommt es darauf an, zu handeln und möglichst viel in die Nachqualifizierung von Geringqualifizierten zu investieren!“

Für Beschäftigte steht das Programm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung, mit dem geringqualifizierte oder ältere Beschäftigte besonders in kleinen und mittleren Unternehmen gefördert werden können, um sie weiter zu qualifizieren und so vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Unternehmer, die Arbeitnehmer weiterbilden, können Weiterbildungskosten erhalten. Bei der Weiterbildung von Geringqualifizierten werden sogar Lohnkostenzuschüsse für die weiterbildungsbedingten Ausfallzeiten gezahlt. Mit WeGebAU können aber auch Qualifizierungen von Beschäftigten kleinerer und mittlerer Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten unterstützt werden.

„Bei Hartz-IV-Bezug sind jedoch die Jobcenter gefragt. Hier muss deutlich mehr in abschlussbezogene Weiterbildungen investiert werden. Es kann nicht angehen, dass durch bundespolitische Vorgaben die Verwaltungskostenbudgets so gering bemessenen werden, dass Mittel, die eigentlich für die Förderung (Langzeit-)Arbeitsloser und hilfebedürftiger Beschäftigter gedacht waren, für Personal-und Sachkosten der Jobcenter aufgewendet werden müssen und sich in der Folge Langezeitarbeitslosigkeit und Langzeitbezug verfestigen“, so Wolf weiter.

Der DGB macht sich dafür stark, die vorhandenen Instrumente für abschlussbezogene Weiterbildung sowohl im Jobcenter als auch in der Agentur zu nutzen und so Aufstiegsprozesse am Arbeitsmarkt zu fördern und zu stärken. „Damit verbunden bleibt unsere Forderung nach einer regionalen Qualifizierungsoffensive unter Beteiligung aller Arbeitsmarktakteure“, so Wolf abschließend.

 

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit