Uns wird nichts geschenkt: wir müssen es uns erkämpfen!
Solidaritätserklärung mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Dienst.
Essen (sk) - "Die SDAJ (Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend) erklärt sich solidarisch mit den Kämpfen für Lohnerhöhungen und gegen Arbeitszeitverlängerung. Nach Jahren des Verzichts und der Lohnzurückhaltung im Öffentlichen Dienst ist es Zeit für offensive Forderungen. Es ist Zeit sich zu wehren! Eure Forderung nach 8% und mindestens 200 € bzw. 120 € mehr Lohn für Azubis ist mehr als gerechtfertigt. Genauso wichtig ist die Jugendforderung nach unbefristeter wohnortnaher Vollzeitübernahme. Denn ohne Übernahme gibt es keine Perspektive.
Die öffentlichen Arbeitgeber antworten auf eure Forderungen mit Provokationen. Was sonst ist die Ansage, dass sie die Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40h zur Voraussetzung für jedes Entgegenkommen beim Lohn machen.
Das ist ein Schlag ins Gesicht insbesondere der jungen Kollegen und Kolleginnen und der Auszubildenden. Denn jede Minute Mehrarbeit verringert die Chancen auf Übernahme nach der Ausbildung. Jede Minute Mehrarbeit verringert den Bedarf an ausgebildeten Fachkräften und damit den Bedarf an Auszubildenden. Kurz: Arbeitszeitverlängerung verbaut uns Jugendlichen die Zukunft! Es darf in dieser Frage keinen Kompromiss geben. Vereinheitlichung der Arbeitszeit auf 38,5 h/Woche im gesamten öffentlichen Dienst: das muss die Tageslosung sein. Gerade in dieser Frage gehören aber auch wieder offensive Forderungen auf die Tagesordnung. Bei Millionen Arbeitslosen und Jugendlichen in prekären Jobs ist die Antwort ganz klar: 35h/ Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
In diesen Tagen schallt euch das Argument der leeren öffentlichen Kassen entgegen. Lasst euch davon nicht einschüchtern! Denn die dies behaupten sind die selben, die vorher durch ihr Handeln die Kassen geleert haben: Die Politiker, die durch Unternehmenssteuerreform und andere Steuergeschenke an die Reichen öffentliche Armut produziert haben.
Die Tarifauseinandersetzung wird hart werden und kann lange dauern. Für diesen Kampf braucht ihr Mut und Ausdauer. Denn uns wird nichts geschenkt: wir müssen es uns erkämpfen! Lasst euch das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen. Dies ist euer Streik: ihr entscheidet über Streikführung und den Tarifabschluss. Lasst euch nicht auf faule Kompromisse ein. Es ist Zeit sich zu wehren!
• 8% und mindestens 200 € bzw. 120 € sind Muss!
• Unbefristete wohnortnahe Vollzeitübernahme nach der Ausbildung!
• Keine Arbeitszeitverlängerung im Öffentlichen Dienst! 35h/Woche sind genug!