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Kölner Programm zum "Zug der Erinnerung"

Von Donnerstag, 13. März, bis Samstag, 15. März 2008 wird der "Zug der Erinnerung" im Kölner Hauptbahnhof Station machen. Es handelt sich hierbei um eine Aktion, die an die Deportation jüdischer Kinder nach Auschwitz erinnert. In den Waggons befindet sich eine Ausstellung zum Thema, die durch die Ausstellung der Kölner Gruppe "Die Bahn erinnern" ergänzt wird. Diese Ausstellung, von Kölner Initiativen zusammengestellt und erstmalig im Januar 2007 in einem Waggon vor dem Kölner Hauptbahnhof gezeigt, erzählt die Verfolgungsgeschichte verschiedener Opfergruppen aus Köln.

Unter der Federführung des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln wird eine Ausstellung bereitgestellt, es werden Lesungen aus Erinnerungen von Deportierten organisiert. Schülerinnen und Schüler werden den Zug besuchen, in den Waggons anhand des Gedenkbuches der Kölner Juden nach Kölner Kindern, die deportiert wurden, forschen und die Ergebnisse vorstellen. Weiterhin ist ein umfangreiches Tagesprogramm zu den Öffnungszeiten von 9 bis 19 Uhr vorbereitet, u.a. wird in Zusammenarbeit mit der Melanchthon-Akademie eine Aktion durchgeführt werden, bei der die Passanten und Reisenden einbezogen werden.
Aber auch Kinder und Jugendliche werden sich aktiv mit den Themen befassen können, somit der neuen Dauerausstellung "Die Kinder von dem Schulhof nebenan": Diese Ausstellung des Gedenk- und Lernortes Jawne zeigt die Geschichte der ehemals berühmten Kölner jüdischen Schule und erzählt die Geschichte der Schüler/innen und Lehrer/innen, von denen einige durch frühe Emigration oder in "Kindertransporten" gerettet werden konnten. Im Juli 1942 wurden die letzten Schüler/innen mit ihren Lehrer/innen nach Minsk deportiert und dort ermordet. Gezeigt wird auch die Gedenkinstallation "Kölner Kinder": Fotografien und Lebensdaten Kölner Kinder, die Opfer des Nationalsozialismus wurden (jüdische Kinder, Zigeunerkinder oder Kinder, die im Rahmen der "Euthanasie" ermordet wurden).

Die Aktion wird am 13. März 2008 um 11 Uhr im Kölner Hauptbahnhof auf einem Nebengleis von Gleis 1, Bereich F eröffnet.
Die Teilnahme ist kostenlos. Angaben zum Programm folgen.
Schulklassen ab 8. Schuljahr bitten wir um Anmeldung unter 0221-221-26332 oder per E-Mail:  nsdok@stadt-koeln.de . Anmeldung bis 14.03.2008

Weitere Informationen erhalten Sie bei Dieter Maretzky, NS-Dokumentationszentrum, Öffentlichkeitsarbeit, unter der Rufnummer (0221) 221-26361 (oder -27962) sowie per E-Mail unter dieter.maretzky@stadt-koeln.de.

Zur Eröffnung und Berichterstattung laden wir Sie herzlich ein.


Donnerstag, 13. März 2008, 20 Uhr

 

Geschichte einer Umbenennung. Oder warum es so schwer ist, mit Personen des Nationalsozialismus umzugehen?


Am 1. Januar 2008 wurde der Carl-Diem-Weg in Köln-Müngersdorf umbenannt. So hat es die Bezirksvertretung Lindenthal beschlossen. Bis zum Schluss ist die Sporthochschule dagegen vorgegangen und hat geklagt. Warum?
Warum ist es so schwer, angemessen mit Personen des Nationalsozialismus umzugehen? Die Rede des Ministerpräsidenten Oettinger im Frühjahr 2007 bei der Trauerfeierlichkeit für den Marinerichter Filbinger, der noch nach Kriegsende 1945 Todesurteile verhängte, zeigte diese Schwierigkeit deutlich auf.
Die Diskussion um die Umbenennung der Straße dauerte 15 Jahre. Die Rolle Carl Diems in der NS-Zeit wurde kritisch beleuchtet und herausgearbeitet. Nach anfänglich starken Widerständen ordnete der damalige Rektor der Hochschule Joachim Mester Carl Diems Rede vom März 1945 als "aus heutiger Sicht menschenverachtend" ein.

Referent: Pascal Beucker, Journalist bei der taz, moderiert an diesem Abend die Diskussion zwischen Reinhard Appel und Roland Schüler. Reinhard Appel ist Zeitzeuge der Diem Rede von 1945 und ehemaliger Chefredakteur des ZDF. Er setzt sich seit vielen Jahren für die Umbenennung des Carl-Diem-Wegs ein.
Roland Schüler ist Geschäftsführer des Friedensbildungswerks und hat als Bezirksvertreter im Stadtbezirk Lindenthal die Diskussion um die Umbenennung in den politischen Raum getragen.

Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25 (EL-DE-Haus), 50667 Köln. Eintritt 5 €.
Eine Veranstaltung des Friedensbildungswerk Köln in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum.

Donnerstag, 13. März 2008, 19.30 Uhr

Die Politischen Revuen der "Blauen Blusen"


Die "Blauen Blusen" gründeten sich 1928 und waren bis 1933 die bedeutendste Agitproptruppe im Rheinland. Von Anfang an engagierten sie sich mit ihren Aufführungen im Wahlkampf der KPD. Der Vortrag von Jürgen Müller stellt die Programme der "Blauen Blusen" vor, geht aber auch auf Repressionen gegen deren Mitglieder schon am Ende der Weimarer Republik und die Zerschlagung der Agitproptruppen zu Beginn der NS-Zeit ein.
Berichtet wird außerdem über das Schicksal einzelner Mitglieder des Ensembles: über die ehemaligen Stadtverordneten der KPD, Jean Mattlener und Peter Josef Paffenholz. Ebenso über Hans Klering und Hans Rondenberg, die beide in der DDR hochrangige Kulturfunktionäre wurden: Klering war erster Chef der DEFA, Rondenberg war stellvertretender Minister für Kultur.
Der Vortrag wird durch szenische Lesungen von Texten aus Politischen Revuen der Weimarer Zeit ergänzt.

Ort: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25 (EL-DE-Haus), 50667 Köln
Eintritt: 3,60 €, erm. 1,50 €

Jürgen Müller, Jahrgang 1959. Dr. phil., Historiker. Forschungen zur Verfolgung der Homosexuellen in Köln während der Zeit des Nationalsozialismus und zur Rolle der Kriminalpolizei in der NS-Zeit, wissenschaftlicher Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln

Eine Veranstaltungsreihe des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Köln zur Sonderausstellung: "Willkommen, Bienvenue, Welcome...". Politische Revue - Kabarett - Varieté in Köln 1928-1938