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Deutsche und französische Jugendliche treffen Nazi-Opfer

Der braune Mob darf jedoch gleichzeitig in der Pfalz ungehindert marschieren

Hinzert/Mainz/Kaiserslautern (sk) - Eine Begegnung von Jugendlichen aus Frankreich und Deutschland mit ehemaligen Insassen des Konzentrationslagers Hinzert bei Trier hat die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz organisiert. Das siebte internationale Jugendtreffen finde von Montag, 28. April, bis Donnerstag, 1. Mai, in der Europäischen Akademie Otzenhausen und der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert statt, teilte die Landeszentrale am Dienstag in Mainz mit.

An der viertägigen Begegnung mit den französischen Zeitzeugen Marcel Petit und Louis Fussinger, die 1942 als so genannte «Nacht- und Nebeldeportierte» in das SS-Sonderlager/KZ Hinzert verschleppt worden waren, nehmen den Angaben zufolge 27 Jugendliche zwischen 17 und 18 Jahren teil. Die Schüler kommen aus Idar-Oberstein und Dijon.

Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert wurde 1939 als Polizeihaftlager für «straffällige» Westwallarbeiter errichtet. Ab 1940 diente Hinzert vor allem als «Durchgangslager» für luxemburgische, belgische, französische und niederländische Häftlinge auf ihrem Weg nach Buchenwald, Natzweiler oder Dachau. Im KZ Hinzert wurden den Angaben zufolge mindestens 321 Menschen getötet. Sie wurden ermordet oder starben durch den Lagerterror, an Krankheit, Entkräftung oder Hunger.

Unterdessen wurde bekannt, das am 1. Mai in Kaiserslautern und Neustadt/Weinstraße Nazis ungehindert marschieren dürfen. Angeblich sehen beide Stadtverwaltungen keine Möglichkeit den Aufmarsch des braunen Sumpf zu verbieten. Hier das siebte internationale Jugendtreffen in der Europäischen Akademie Otzenhausen und der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert. Dort der Aufmarsch Jener, die im Geist und der Tradition der KZ Schergen stehen, an deren Opfer die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz mit ihrer Veranstaltung erinnern möchte. Der 1. Mai 2008 wird somit in Rheinland Pfalz ein Tag der bitteren Kontraste sein. Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz täte gut daran, die Verantwortlichen, die den Naziaufmarsch in Kaiserslautern und Neustadt genehmigt haben und diejenigen, die ihn mit ihrer Ignoranz tolerieren zur nächsten Veranstaltung in Hinzert einzuladen.